1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Lokalsport

Henkel-Preis der Diana 2018: Well Timed ist eine große Siegerin

Henkel-Preis der Diana : Well Timed ist eine große Siegerin

Knapp 20.000 Zuschauer erleben beim Henkel-Preis der Diana einen würdigen Höhepunkt der Rennsaison 2018. Einige Besitzer meldeten ihre Pferde noch spontan nach und investierten dafür 50.000 Euro.

Es geht ziemlich schnell, 50.000 Euro zu verlieren. In diesem Fall waren es exakt 2:12,63 Minuten, die Zeit, in der der Henkel-Preis der Diana am Sonntag auf der Grafenberger Galopprennbahn entschieden wurde. Für diesen Betrag waren zwei Stuten kurzfristig nachgemeldet worden, Sand Zabeel und Come on City. Geld, das man abschreiben musste, denn auf den Plätzen acht und neun verdient man halt nichts mehr.

Ernüchternd war das Ergebnis sicher für das Team von Come on City, seit langem einmal wieder eine Diana-Starterin, die in Grafenberg trainiert wird. Jockey Michael Cadeddu setzte sich im elfköpfigen Feld gleich an die Spitze, führte auch noch in die Zielgerade hinein, doch dann war Schluss. „Vielleicht war das alles etwas zu viel des Guten“, meinte Trainer Ertürk Kurdu, denn das Tempo war hoch, am Ende sprang eine Rekordzeit für dieses Rennen heraus. Die neuen amerikanischen Eigner werden auf Dauer andere Ziele in Übersee mit ihr anpeilen.

Ein langes Gesicht zog auch Trainer Andreas Wöhler. Jaber Abdullah, Unternehmer aus Dubai, hatte ebenfalls 50.000 Euro für eine Nachnennung investiert, doch war die Stute nie besser im Rennen, trudelte deutlich hinter der Siegerin auf Rang acht durchs Ziel. Kein guter Tag für ihren Betreuer, der aus seinem dreiköpfigen Aufgebot mit Sword Peinture gerade einmal ein Pferd auf den vierten Platz brachte.

Mit den hinteren Plätzen hatte Well Timed nichts zu tun, die Stute war eine große Siegerin in einem Rennen, das doch einfacher war, als es zunächst schien. „Genau das war das Problem“, meinte Filip Minarik, der Jockey der Siegerin, „ich war mir schon ziemlich sicher zu gewinnen, aber es ist nicht so einfach, das in einem solchen Rennen umzusetzen, der Druck ist halt auch groß.“

Es war nicht nur der Henkel Preis der Diana, nach dem die Nationalhymne gespielt wurde, auch nach dem vierten Rennen des Tages, in dem immerhin 55.000 Euro an Preisgeldern verteilt wurden. Hier setzte sich der Favorit durch, der drei Jahre alte Destino unter Martin Seidl, der die Konkurrenz nach 2400 Metern in der Bahnrekordzeit von 2:24,07 Minuten in Schach hielt. Beim Start zuvor war er Zweiter im Deutschen Derby gewesen. „Destino hat seine Klasse bestätigt, das war heute schon wichtig“, meinte Trainer Markus Klug, „auch wenn von älteren Pferden nicht die allererste Klasse dabei war.“

Besitzer Helmut von Finck stellte mit Devastar auch den Dritten in diesem Rennen, dazwischen schob sich noch Salve del Rio, Vierter im Deutschen Derby und wohl nicht mehr sehr lange im Lande. Vor Ort waren englische Interessenten. Gut möglich, dass das Pferd bald verkauft wird.

Knapp 20.000 Zuschauer waren bei großartigem Wetter auf die Grafenberger Bahn gekommen, der Tag war fraglos ein würdiger Höhepunkt der Rennsaison 2018. Auch der Wettumsatz konnte sich sehen lassen. In den neun Rennen des Tages wurden 353.000 Euro gewettet, etwas mehr als am Diana-Tag 2017. In zwei Wochen geht es weiter: Dann steht in Grafenberg der Sparkassen-Renntag auf dem Programm.