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HC Rhein Vikings: Der Handball-Zweitligist aus Düsseldorf will sich verjüngen

2. Handball-Bundesliga : Die Vikings wollen sich verjüngen

Nach dem Ausstieg der Stadt Düsseldorf stellt sich der Handball-Zweitligist neu auf, dabei soll die Jugendarbeit künftig in den Fokus gerückt werden. Einige Nachwuchsspieler der Spielgemeinschaft sollen Zweitliga-Luft schnuppern.

Viel ist in den vergangenen zwei Wochen über die Zukunft des Handball-Zweitligisten HC Rhein Vikings und seiner Jugendabteilung geschrieben und spekuliert worden, entsprechend groß war die Verunsicherung und das Bedürfnis nach Auskünften insbesondere bei den Aktiven und den Eltern der Jugendspieler. Bei einem internen Infoabend gaben daher in dieser Woche der Geschäftsführer des HC Rhein Vikings, Daniel Pankofer, sowie der Vorstand der HSG Neuss/Düsseldorf Auskunft über die aktuellen Entwicklungen und stellten sich den Fragen der Anwesenden. „Wir haben den Abend genutzt, um Transparenz nach innen herzustellen“, bilanzierte Pankofer.

Allen Unkenrufen nach dem Ausstieg der Stadt Düsseldorf aus dem Projekt „Rhein Vikings“ zum Trotz stellte der Geschäftsführer gegenüber den Anwesenden klar: „Die HSG wird bestehen bleiben. Wir haben alle Jugendmannschaften für die kommende Saison für die jeweils höchste Spielklasse gemeldet.“ Der Etat der Jugendabteilung für die kommende Saison stehe „und ist für die gesamte Saison abgedeckt“. Zur Finanzierung werde ein neuer Verein gegründet, welcher der Handballspielgemeinschaft beitreten soll. Hierfür müssen jedoch zunächst die beiden aktuellen Kooperationsclubs Neusser HV und ART Düsseldorf grünes Licht geben.

Grundsätzlich ist der ART momentan das Sorgenkind in der Handballspielgemeinschaft. Nachdem die Stadt Düsseldorf den Vikings ihre Unterstützung entzogen hat, deutet derzeit vieles darauf hin, dass der ART sich ebenfalls aus dem Projekt zurückziehen wird. „Der Tenor der Anwesenden beim Infoabend war jedoch der, dass die Mitglieder des ART gerne im Projekt bleiben wollen“, schilderte Pankofer seinen Eindruck. Der Geschäftsführer hofft auf eine möglichst zeitnahe Entscheidung der ART-Verantwortlichen, damit die HSG entsprechende Planungssicherheit erhält. Er hoffe, dass diese Entscheidung im Sinne der Mitglieder pro HSG getroffen werde und nicht aus sportpolitisch taktischen Gründen der Ausstieg beschlossen werde.

Derweil haben die Vikings ihren Strategiewechsel weiter umgesetzt und bemühen sich um eine engere Verzahnung des Jugendbereiches mit dem Profibereich. „Wir haben viele gute Jugendspieler, die es jetzt auch mal verdient haben, Zweitliga-Luft zu schnuppern“, äußerte Pankofer. Kürzlich fand auch ein gemeinsames Training der A- und B-Jugend mit den Zweitliga-Senioren statt.

Der Profi-Coach Jörg Bohrmann selbst bindet die A-Jugend ohnehin regelmäßig in seine Trainingsarbeit mit ein. „Wir wollen uns alle besser kennenlernen und als Verein zusammenwachsen. Die Jugendlichen können sich von den Profis im direkten Kontakt auch etwas abschauen und lernen“, skizziert Pankofer die Ziele. Passend zur neuen Philosophie präsentierten die Vikings jüngst auch ein neues Corporate Design – (fast) alles neu also bei den Vikings.

Im Zweitliga-Profiteam ist in der verbleibenden Winterpause derweil mit weiteren Abgängen zu rechnen, ein radikaler Aderlass ist aber wohl nicht mehr zu befürchten. Bisher haben bereits Srdjan Predragovic (zum HC Linz) und Vladimir Bozic (HBW Balingen) den Verein verlassen. In der Rückrunde werden und müssen entsprechend die Eigengewächse mehr Verantwortung auf dem Spielfeld übernehmen. Pankofer selbst, der kurz vor Weihnachten reaktiviert wurde, wird das Vikings-Trikot hingegen wohl nicht weiter tragen. „Es ist momentan nicht geplant, dass ich weitermache. Ich kann mir zwar vorstellen auszuhelfen, dann aber eher im Training und nicht in den Spielen“, unterstrich der 38-Jährige.

Die restliche Rückrunde wird wohl auch eine Abschiedstour aus dem Castello. „Die Halle ist aktuell zu groß für uns“, bekannte Pankofer. In Kombination mit den Steinen, die den Vikings seitens der Stadt Düsseldorf in den Weg gelegt werden, deutet daher vieles auf einen Umzug nach Neuss im Sommer hin. „Es ist egal, ob wir in Neuss oder Düsseldorf spielen, wir sind ein rheinländischer Verein“, unterstrich Pankofer jedoch den die Stadtgrenzen überschreitenden Charakter der Vikings und der HSG.