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Basketball: Giants in der Krise — Reese zu egozentrisch

Basketball : Giants in der Krise — Reese zu egozentrisch

Bei den Giants läuft es derzeit in der 2. Basketball-Bundesliga alles andere als rund. Die vergangenen fünf Partien verloren die Reisholzer allesamt und rutschten vom dritten Tabellenplatz auf den neunten Rang ab, welcher noch nicht einmal mehr zur Teilnahme an den Play-offs berechtigt.

Das Team von Murat Didin befindet sich derzeit in einer echten Krise. Doch der 56-jährige Türke, der in der Vergangenheit öfter zu Sponsoren-Gesprächen in der Türkei als auf dem Trainingsplatz weilte, stellt sich schützend vor seine Mannschaft: "Ich konnte in den letzten fünf Wochen nur fünf Mal das Training leiten. Da ist es nur logisch, dass die Jungs nicht das leisten, wozu sie eigentlich fähig sind."

Nun kam im Düsseldorfer Umfeld aber auch vermehrt Kritik an Spielmacher Aubrey Reese auf, der die Mannschaft mit seinen sehr dominanten, teilweise egozentrischen Auftritten zu hemmen scheint. Reese selbst nimmt dabei seine Mitspieler in die Pflicht, um erfolgreicher zu spielen: "Wir müssen mehr als Team agieren — auch Patrick Flomo und Rait Keerles müssen mehr Würfe nehmen — ich kann die Spiele nicht immer alleine machen", sagte er. Das scheint ein schier unmögliches Unterfangen zu sein, versucht er in der entscheidenden Phase des Spiels doch meist selbst vergeblich die Partie zu entscheiden, ohne Blick für seine Mitspieler.

Sein Trainer Murat Didin, der ihn aus gemeinsamer Zeit bei den Frankfurt Skyliners bestens kennt, forderte bereits von seinem vermeintlichen Starspieler, dass er sich in der einen oder anderen Situation etwas zurücknehmen solle — ohne Erfolg. Aubrey Reese war schon vor der Saison bewusst, dass die Düsseldorfer "der klare Favorit auf den Aufstieg sind. Jeder will uns schlagen". Doch gleichzeitig betonte der 1,83 Meter große US-Amerikaner auch: "Wir dürfen aufgrund der Favoritenrolle selbstbewusst sein, aber niemals überheblich." Genau diese Gratwanderung zwischen Arroganz und Selbstvertrauen scheint der Routinier derzeit nicht bewältigen zu können.

In einer Rubrik der Pro A sind die "Giganten" doch Tabellenführer. Den Reisholzern sind in der aktuellen Saison die meisten Ballverluste unterlaufen. Reese, der pro Spiel mehr als drei Mal den Ball verloren hat, Keerles (2,8) und Flomo (2,6) gehören zu den Flop 15 der Liga. Nicht nur aus diesem Grund wird Didin für weitere Unterstützung sorgen: Vier Spielerlizenzen dürfen und werden die Rheinländer bis Ende Februar noch vergeben.

Es werden wohl noch zwei Spielmacher verpflichtet. Die große Frage lautet dann nur, wer von den beiden aktuellen Point Guards gehen muss: Aubrey Reese oder der zuletzt sehr schwache Larry Hall?

(jco)