Immobilienrenntag in Grafenberg : Millowitsch auf Abschiedstournee

Der Kölner Vollbluthengst steht vor dem Ende einer erfolgreichen Galopper-Karriere. Beim Engel & Völkers-Preis am Sonntag in Grafenberg geht er wieder einmal als Favorit an den Start.

Düsseldorf war für Millowitsch immer ein besonderes Pflaster. Nicht unbedingt für den Kölner Volksschauspieler Willy Millowitsch, obwohl dessen Vater Peter in der Landeshauptstadt geboren wurde. Wohl aber für den gleichnamigen fünf Jahre alten Vollbluthengst. Der hat hier in der jüngeren Vergangenheit zwei Grand-Prix-Rennen gewonnen, war mehrfach gut platziert und könnte am Sonntag einen weiteren Volltreffer landen, im Engel & Völkers-Preis um 25.000 Euro.

Es ist so etwas wie der Beginn der Abschiedstournee des Kult-Pferdes aus dem Stall von Championtrainer Markus Klug aus Köln-Heumar. Im kommenden Jahr soll Millowitsch dort, im Gestüt Röttgen, als Zuchthengst eine neue Karriere beginnen. Zuvor aber möglichst noch ein paar Euro verdienen, in Grafenberg etwa, mit seinem ständigen Jockey Andreas Helfenbein im Sattel. „Er muss zwar das meiste Gewicht von allen Startern tragen“, merkt Klug an. „aber es geht über 1400 Meter, das ist eigentlich seine beste Strecke.“

Es geht freilich zudem gegen bewährte Sprinter wie Schäng, McQueen und Shining Emerald oder gegen Aufsteiger der Szene wie Waldpfad. Und zwei vierbeinige Gäste aus dem Ausland reisen auch an, Clear Water aus England und Vernie aus Frankreich. Clear Water ist dabei ein besonderer Fall. Die fünf Jahre alte Stute war noch am Donnerstag in Salisbury am Start; nach Düsseldorf soll es trotzdem gehen, und es wird der letzte Start ihrer Karriere sein. Sie ist tragend, erwartet im kommenden Frühjahr ein Fohlen. Bezüglich sportlicher Einsätze gibt es eine Art Schutzsperre: Ab einem gewissen Termin darf man nicht mehr laufen. Ob sie oder auch die Französin Vernie gestandenen Spezialisten wie Millowitsch auf den Zahn fühlen können, darf bezweifelt werden.

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Noch mehr Geld gibt es für den Nachwuchs im Auktionsrennen für die Zweijährigen. Startberechtigt sind ausschließlich Pferde, die im vergangenen Jahr auf einer öffentlichen Versteigerung durch den Ring gegangen sind. Als Kaufanreiz werden überall im Lande hoch dotierte Auktionsrennen gelaufen, 17 an der Zahl – eines in Düsseldorf, unter dem Name Großer Preis des Porsche Zentrums. Immerhin 52.000 Euro gibt es zu verdienen. Der Favorit heißt Django Freeman, Mitbesitzer Christoph Holschbach ist Partner und einer der Initiatoren des Renntages.

Vor Ort werden zwei Hengste trainiert, Nextwave und Nicco, beide werden allerdings von Trainer Sascha Smrczek zum ersten Mal gesattelt. „Es sind Starts zum Lernen“, sagt er. Höher sind die Ambitionen bei Sarino, der im Besitz des Stalles Grafenberg ist und von Waldemar Hickst in Köln trainiert wird. Er war bei seinem ersten und bisher einzigen Start Vierter, hinter guten Gegnern. Mit dem Italiener Marco Casamento an Bord sollte er durchaus mitmischen können.