galopp : Dynamic Kitty ist die Favoritin

Beim Henkel-Stutenpreis geht es um 25.000 Euro. Die Pferdedame von Trainer Andreas Wöhler hat große Siegchancen.

Pferdedamen genießen auf der Grafenberger Rennbahn einen besonderen Stellenwert, zahlreiche wichtige Rennen werden im Laufe der Saison in Düsseldorf ausgetragen. Auch am Samstag ist es eine Prüfung für Stuten, die im Mittelpunkt steht – 25.000 Euro gibt es beim Henkel-Stutenpreis zu gewinnen. Es geht über 1600 Meter, genau die Strecke, die auch bei den klassischen 1000 Guineas in vier Wochen gefordert wird. Somit ist es eine gute Gelegenheit, Bahn und Strecke zu testen. Deshalb sind gleich mehrere der Teilnehmerinnen auch für die „Guineas“ gemeldet, nicht jedoch die Favoritin.

Die heißt Dynamic Kitty, gehört dem russischen Wodka-Tycoon Rashit Shaykhutdinov und wird in Gütersloh von Andreas Wöhler trainiert. Der gewinnt im Moment viele wichtige Rennen im ganzen Land. Ein Phänomen, das man gemeinhin mit einer guten „Stallform“ gleichsetzt. Wenn einige Pferde des Stalles schnell laufen, dann sind plötzlich alle erfolgreich. Das hat schon mit einem gewissen Aberglauben zu tun, aber so ganz ist es nicht von der Hand zu weisen.

Dynamic Kitty ist gerade einmal ein Rennen in ihrer Karriere gelaufen, im Oktober hat sie in Berlin gewonnen, „für die Guineas ist sie nicht gemeldet, weil sie auf Dauer längere Strecken benötigt“, sagt der Trainer. Deshalb ist der Henkel-Preis der Diana, bei dem 2200 Meter verlangt werden, wohl eher ihr Ding. Mit Ivanka hat Wöhler noch ein weiteres Pferd am Start, sie hat sich in der vergangenen Saison bereits in der Spitzengruppe ihrer Altersklasse etabliert, genau wie Sharoka, die Championtrainer Markus Klug von Köln aus nach Düsseldorf schickt. Diese ist in diesem Jahr schon gelaufen, hat in Krefeld gewonnen, damit hat sie einen nicht unwichtigen Konditionsbonus.

Im Rahmenprogramm ist außerdem ein Wertungslauf zur Weltmeisterschaft der Amateurrennreiter vorgesehen. Das ist aus deutscher Sicht allerdings ein eher peinliches Kapitel. Es steigen junge Reiter aus ganz Europa und den USA in den Sattel, der hiesige Verband schickt hingegen mit dem ehemaligen Spitzenjockey Kevin Woodburn, der sich vor einigen Jahren wieder reamateurisieren ließ, einen 61-Jährigen ins Rennen, der „Rentner“ als seinen aktuellen Beruf angibt.

Amateurrennreiterinnen gibt es in Deutschland reichlich, aber im Herrenbereich herrscht Leerstand. Mit dem Studenten Vincenz Schiergen, Sohn von Coach Peter Schiergen, gibt es zwar zumindest einen erstklassigen Amateur, doch hat sich dieser vor zehn Tagen im Training einen Schienbeinbruch zugezogen. Deshalb muss am Samstag der Rentner Woodburn ran.

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