Galopp: Stormy Antarctic setzt sich durch

Galopp : Stormy Antarctic setzt sich durch

Im ersten Grand Prix der Grafenberger Rennsaison gab es einen knappen Favoritensieg.

Besitzer aus Hong Kong, Trainer aus England, der Jockey ein weltweit agierender Franzose: Stormy Antarctic, ein sechs Jahre alter Wallach, war am Sonntag ein internationaler Sieger im ersten Grand Prix der Grafenberger Rennsaison. Mit Gerald Mossé, dem 52 Jahre alten Weltenbummler unter den Rennreitern an Bord, musste er sich am Ende allerdings ziemlich strecken, um die von Sascha Smrczek vor Ort trainierte Madita auf Platz zwei zu verweisen.

„Er ist besser, als er heute gelaufen ist“, erklärte Mossé über Stormy Antarctic, der als heißer Favorit angereist war, „es war halt sein erster Start in diesem Jahr, der wird sich noch steigern.“ Von der Welt hat das Pferd schon einiges gesehen, war etwa im vergangenen Jahr in Kanada, Deutschland und Hong Kong, der Heimat seines Besitzers Pak-Kwan Siu am Start. „Wir kommen bestimmt mit ihm wieder“, kündigte Mossé an, „in Deutschland gibt es noch eine Reihe interessanter Rennen für ihn.“

Die Überraschung unter den Erstplatzierten war sicherlich Madita, eine Stute. die erst wenige Wochen bei Smrczek im Stall ist und damit im Zusammenspiel unerfahren ist. „Das hätten wir ihr heute gar nicht zugetraut“, sagte der Trainer, „es ist ja doch ein eher unauffälliges Pferd.“ Der eigentliche Stallcrack Wonnemond hingegen blieb blass, kam im Klassement auf dem fünften Platz ein. Der Trainer haderte nach dem Rennen mit den äußeren Bedingungen: „Der Boden war einfach zu trocken für ihn.“ Smrczek ergänzte, dass Niederschlag den Chancen des Pferdes sicherlich gesteigert hätte. „Es hätte eigentlich im Vorfeld regnen müssen.“

Zumindest einen Heimsieg gab es im zweiten wichtigen sportlichen Ereignis, einem 12.500-Euro-Rennen, das sich in den Farben des Stalles Grafenberg der fünf Jahre alte Parlan holte. Hinter dem Decknamen des Besitzers steht mit Albrecht Woeste der Vizepräsident des Düsseldorfer Reiter- und Rennvereins. Das Pferd erzielte beim sechsten Start den fünften Sieg, da ist nach oben noch Luft. In wenig guter Erinnerung wird Eduardo Pedroza den Renntag behalten. Der Jockey aus Panama, seit Jahren eine feste Größe unter den Jockeys in Deutschland, hatte im fünften Rennen des Tages die Peitsche auf Mentalist zu oft eingesetzt.

Die Rennleitung quittierte das mit einer langen Sperre von 28 Tagen. Durch diese Entscheidung wird Pedroza den kommenden Monat zu großen Teilen verpassen und kann – anstatt zu reiten – bei den Rennen nur als Beobachter von außen agieren.

An die Besucherzahl der Saisonpremiere kamen die Veranstalter an diesem Wochenende nicht heran. Neben den winterlichen Temperaturen in den Morgenstunden dürfte auch das Heimspiel der Fortuna gegen den FC Bayern München ein Grund dafür gewesen sein. 3200 Zuschauer wurden auf der Anlage gezählt, der Wettumsatz lag in den neun Rennen des Tages bei 177.000 Euro, eine solide Zahl.

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