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Galopp: Jockey Frankie Dettori zeigt in Düsseldorf, warum er der Beste ist

Preis der Diana : Jockey Dettori zeigt, warum er der Beste ist

Beim Preis der Diana kommt seine Stute Miss Yoda ins Straucheln – am Start-Ziel-Sieg des Galopp-Gespanns ändert das nichts. Andrasch Starke landet im Rahmenprogramm einen Heimsieg.

Vor knapp 30 Jahren wurde für das Deutsche Derby in Hamburg-Horn ein Jockey eingeflogen, den in Deutschland selbst in der Galoppszene kaum ein Mensch kannte: Lanfranco Dettori, damals 20 Jahre jung, genannt Frankie, kaum des Englischen mächtig, erst kurze Zeit in England tätig. Im Sattel von Temporal gewann er damals das Derby, ein erster Schritt im Aufstieg zum besten Jockey der Welt. Warum das so ist, zeigte er am Sonntag eindrucksvoll auf der Grafenberger Rennbahn.

Start-Ziel gewann er im Sattel von Miss Yoda den Henkel-Preis der Diana, „auf einer nicht so ganz einfach zu reitenden Bahn“, sagte er, „deshalb bin ich gleich nach vorne gegangen, da hat man alles unter Kontrolle“. Lediglich dreihundert Meter vor dem Ziel gab es einen kleinen Schreckmoment, als Miss Yoda etwas ins Straucheln kam. „Sie wollte in den Stall zurück“, meinte der Reiter, der das Problem aber schnell in den Griff bekam.

Nach dem Sieg wurde zwar die englische Nationalhymne intoniert, bezugnehmend auf den Trainingsstandort des Pferdes, gezogen ist Miss Yoda aber im Gestüt Etzean im Odenwald – das hat die Stute dann in Baden-Baden verkauft. „Wir haben noch eine Schwester von ihr im Fohlenalter“, berichtete Marc Sonnenburg vom Gestüt Etzean, „die kann man dann im nächsten Jahr kaufen.“ Sie wird bestimmt nicht preiswerter als Miss Yoda, die immerhin 280.000 Euro gekostet hatte.

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Während der Klassiker ohne Düsseldorfer Pferde über die Bühne ging, gab es zumindest aus Besitzersicht einen Heimsieg bei den wichtigen Rennen im Rahmenprogramm, als Phuket Paradise im Eigentum der Düsseldorfer Christoph Holschbach und Thomas Krauth unter Andrasch Starke das mit 37.000 Euro dotierte Auktionsrennen gewann. Startberechtigt waren ausschließlich dreijährige Pferde, die im vergangenen Jahr bei einer Versteigerung in Baden-Baden angeboten wurden. Als Kaufanreiz gibt es für sie über die Saison eine Serie von preislich üppig ausgestatten Rennen, von denen sich Phuket Paradise jetzt schon das zweite nach einer ähnlichen Prüfung in Hamburg holte. „Der wird noch in besseren Rennen mitmischen“, kommentierte Starke den Sieg.

In Düsseldorf wohnt er zwar nicht mehr, aber in der Landeshauptstadt genießt er immer noch größte Sympathien: Klaus Allofs, inzwischen auch im Vorstand des Reiter- und Rennvereins aktiv, konnte einmal zur Siegerehrung schreiten, nachdem der in seinem Mitbesitz stehende Whizz Kid nach langer Verletzungspause gleich wieder erfolgreich war. Das Pferd dürfte bald in ganz anderer Klasse mitmischen.

Trotz der nur übersichtlichen Besucherzahl war es ein Renntag mit ganz eigener Atmosphäre. „Die Stimmung konnte unter den Umständen nicht besser sein“, bilanzierte Rennvereins-Geschäftsführerin Andrea Höngesberg, „und mit über einer halben Million Euro Wettumsatz waren wir mehr als zufrieden. Wir warten aber sehnlichst auf den Tag, an dem wir wieder unbegrenzt Zuschauer auf die Bahn lassen können.“ Das könnte allerdings noch dauern.