Galopp: Heimsieg auf der Zielgeraden vergeben

Galopp : Heimsieg auf der Zielgeraden vergeben

Mitfavoritin Axana und Andreas Wöhler müssen sich knapp geschlagen geben. "1000 Guineas“-Titel geht nach England.

Es hatte lange nach einem einheimischen Erfolg in den klassischen „1000 Guineas“ auf der Grafenberger Rennbahn ausgesehen, denn Axana, die von Andreas Wöhler in Gütersloh trainierte Mitfavoritin, war nahezu auf der gesamten Strecke von 1600 Metern an der Spitze gewesen. Nur nicht im Ziel. Da hatte Main Edition die Nase vorne, ein Gast aus England, mit Joe Fanning im Sattel, der schon im vergangenen Jahr das Rennen mit Nyaleti gewinnen konnte. Es war das vierte Jahr in Folge, dass dieser Klassiker des Rennsports nach England ging.

„Sie ist schon eine enorm harte Stute“, kommentierte Trainer Mark Johnston den Erfolg, „wir hatten Düsseldorf schon etwas länger im Auge gehabt.“ Er hatte die Rennbahn mit seinem Privatflugzeug erreicht, er selbst am Steuerknüppel, in Mönchengladbach wurde gelandet, auch Joe Fanning saß mit im Flieger. „Es gibt auch einen Co-Piloten“, meinte der Jockey, „Angst muss man nicht haben, wenn der Boss vorne sitzt.“ Mit 48 Jahren ist er schon im gesetzten Alter für einen Profisportler, doch davon ist im Moment noch nichts zu spüren. „Ich habe eines der besten Jahre meiner Karriere“, meinte Fanning.

Im Lager von Axana musste man schon etwas schlucken, „wenn man ein Rennen so knapp verliert, ist das nie angenehm“, meinte Trainer Andreas Wöhler, „aber beschweren kann man sich nicht, Zweiter in einem solchen Rennen ist ja auch in Ordnung“. Rang drei ging unweit zurück an die innen attackierende Shalona, auf der Jockey Bayarsaikhan Ganbat alles versuchte, am Ende des Rennens aber knapp zurück war.

Ein richtig gutes Pferd gewann das zweite wichtige Rennen des Tages, das Aengeveldt Derby-Trial, in dem, wie der Name schon andeutet, Kandidaten für das Deutsche Derby am ersten Juli-Sonntag in Hamburg am Start waren. Es wurde am Ende ein souveräner Sieg des klaren Favoriten Laccato, der unter Eduardo Pedroza der Konkurrenz keine Chance ließ. „Natürlich geht es in Richtung Hamburg“, kündigte Trainer Andreas Wöhler an, „er hat sich enorm gesteigert, ist ein richtiges Derbypferd.“ Besitzer ist der Wittener Einrichtungsunternehmer Manfred Ostermann, der wieder einmal über ein sehr gutes Pferd verfügt.

Das kann auch von Albrecht Woeste und seinen Mitstreitern gesagt werden, Eigner des Stalles Grafenberg. Ihr fünf Jahre alter Hengst Parlan setzte seine beeindruckende Siegesserie fort, als er ein Rennen im Rahmenprogramm souverän gewinnen konnte, der siebte Erfolg beim achten Start. Nach einer im früheren Stadium seiner Karriere erlittenen Verletzung läuft er mit mehreren Schrauben in einem Bein, was ihn nicht an erstklassigen Leistungen hindert.

Ansonsten räumten vor 8.000 Zuschauern die Gäste aus den Niederlanden mächtig ab, gleich drei Rennen gingen dorthin. Auch beim Veranstalter war die Laune nicht schlecht, denn der Wettumsatz war deutlich besser als am Vergleichstag des Vorjahres.

Mehr von RP ONLINE