Fußball-Oberliga: Turu Düsseldorf schlägt Velbert mit Joker-Tor

Fußball-Oberliga : Turu-Trainer Sisic beweist glückliches Händchen

Turu-Joker Krämer trifft kurz nach Einwechslung zum Last-Minute-Sieg. SC West verspielt Führung gegen SC Velbert.

Turu – SSVg Velbert 1:0. Durch einen Treffer in der letzten Minute hat der Fußball-Oberligist Turu den Tabellenvierten SSVg Velbert mit 1:0 geschlagen und verbesserte sich so in der Tabelle auf Rang sechs. Ohne den anderen Turu-Akteuren ihren Anteil am neunten Saisonsieg absprechen zu wollen, muss man doch Christopher Krämer nennen, ohne den dieser späte Erfolg nicht möglich geworden wäre. Der 27-jährige Stürmer, der bereits früher für den Oberbilker Verein gespielt hat und zu Saisonbeginn vom A-Ligisten TuS Gerresheim an die Feuerbachstraße zurückgekehrt war, war von Trainer Samir Sisic beim Stande von 0:0 zu Beginn der dreiminütigen Nachspielzeit eingewechselt worden.

Sein zweiter Ballbesitz war rechts am Rand des Velberter Strafraums. Mit einer kurzen Körpertäuschung ließ er seinen Gegenspieler aussteigen und schoss den Ball flach und punktgenau aus 18 Metern in die lange Ecke des Gästetors zum einzigen Treffer dieser Begegnung. „Vielleicht war es Intuition, dass ich ihn eingewechselt habe. Auf jeden Fall wusste ich, was Krämer in solchen Eins-gegen-Eins-Situationen kann“, meinte der Turu-Trainer. „Als diese Situation mit Krämer kam, hatte ich bereits ein gutes Gefühl.“

Dass die Ahnung von Sisic auf einen Treffer nicht immer zutrifft, hatte sich in der 67. Minute gezeigt. „Den hatte ich schon im Netz gesehen“, kommentierte er den Drehschuss von Toni Munoz von der rechten Angriffsseite aus, der aber knapp am langen Pfosten vorbeistrich. Ganz anders war die Laune bei Gästetrainer Alexander Voigt, der davon sprach, dass er seine Mannschaft über die ganze Spielzeit nicht wiedererkannt habe. In der Tat war es kein herausragendes Spiel beider Mannschaften. „Wir wollten anders als im beim 0:4 im Hinspiel unbedingt die Null halten. Das ist uns auch deshalb gelungen, weil immer wieder ein Spieler von uns den Torabschluss der Velberter im letzten Moment verhindert hat“, erklärte Sisic. Und dann kam noch Krämer.

SC West – SC Velbert 2:2. Als die Partie vorbei war, kehrte eine gewisse Stille ein. Mit enttäuschten Mienen verließen die Spieler des SC West den Platz, hatten sie doch eine komfortable Führung im so wichtigen Kellerduell gegen den SC Velbert noch aus der Hand gegeben. Anstatt des Sprungs aus der Abstiegszone stand am Ende lediglich ein 2:2-Unentschieden zu Buche. Dementsprechend sprach Trainer Ranisav Jovanovic von einer „gefühlten Niederlage“.

Dabei begann der Jahresauftakt genau nach Plan. Der SCW trat dominant auf – und es dauerte nur 26 Minuten, bis Neuzugang Shunya Hashimoto seine erste Torbeteiligung feierte. Allerdings hatte der gegnerische Torhüter keinen unbeträchtlichen Anteil am Führungstreffer, als er den Schuss des Japaners folgenschwer nach vorne klatschen ließ. Für den lauernden Simon Deuß war der Abpraller die ideale Steilvorlage zum 1:0. Die einkehrende Feierlaune der Oberkasseler steigerte sich, als Abwehrhüne Jeff Gyasi das Ergebnis mit einem wuchtigen Kopfball auf 2:0 erhöhte.

Völlig ohne Not geriet das Kartenhaus der Jovanovic-Truppe dann aber gewaltig ins Wanken. So bekam Velberts Marcel Lange freundlichen Begleitschutz, als er den Ball gut 20 Meter über die Mitte vorantrieb und ihn per Vollspann ins Netz katapultierte. Während die Westler in der Folge zunehmend an Sicherheit verloren, kämpften sich die Velberter über die Zweikämpfe zurück und wurden erneut durch Lange mit dem Ausgleich belohnt. Dass das Kartenhaus in dieser Phase nicht völlig in sich zusammenbrach, lag an dem gewissen Quäntchen Glück: Ein Gewaltschuss von Pier Schulz sprang von der Unterkante der Latte wieder ins Feld zurück.

Erst in der Schlussviertelstunde kehrte die Balance dann wieder, doch zu diesem Zeitpunkt hatte der SCW sein Fortune bereits aufgebraucht.