Fußball-Oberliga: SCW will „Mund abwischen“ und Ratingen schlagen

Fußball-Oberliga : SCW will „Mund abwischen“ und Ratingen schlagen

(zab) Nach der 1:2-Niederlage gegen ETB Essen war SC West-Trainer Ranisav Jovanovic sichtlich angefressen. Zum einen erlitt sein Team einen völlig unnötigen Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt in der Oberliga, zum anderen warf er dem Gegner „unsportliches Verhalten“ vor: „Wenn wir an die Wand gespielt werden und dann verlieren, ist das für mich in Ordnung.

Aber wenn ein Gegner durchgehend zu Schwalben, versteckten Fouls und Provokationen greift, würde ich mich für so einen Auftritt schämen. Das bringt mich wirklich auf 180“, sagte der SCW-Trainer.

Für die Oberkasseler war die Partie definitiv eine verpasste Chance, um sich aus dem Abstiegssog zu befreien. Doch weil die Westler ihre zahlreichen Torgelegenheiten – darunter Hochkaräter von Shunya Hashimoto, Rico Weiler und Milan Senic – nicht verwerteten, wirkt die rote Zone weiterhin wie ein Magnet auf die Jovanovic-Elf ein. Der Knackpunkt im Abstiegsduell war dabei unmittelbar nach der Halbzeit, als der ETB infolge eines Tacklings von Weiler an der Strafraumkante einen Elfmeter zugesprochen bekam. Die Szene heizte die Diskussionen auf den Rängen an, da die Zuschauer eifrig rätselten, ob das Foul nun vor oder auf der Linie des Strafraums getätigt wurde. Der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt und Danny Walkenbach leitete mit seinem Elfmeter eine aus West-Sicht bittere Wende ein. Schließlich ließen sich die Düsseldorfer noch in der Nachspielzeit von einem in Unterzahl agierenden Gegner auskontern. Die Quittung für die „Musterschüler“ des vergangenen Spieltags (3:0-Sieg gegen den Tabellen-Zweiten SF Baumberg) lautete der Sturz auf Rang 15.

„Nun heißt es Mund abwischen und wieder nach vorne schauen“, konstatiert Jovanovic. Mit Germania Ratingen erwartet der SCW am Sonntag um 15.30 Uhr einen form- sowie offensivstarken Gegner. Das 50-Tore-Team um Ex-Gladbach-Profi Moses Lamidi hat in dieser Saison bewiesen, dass es zu jedem Zeitpunkt zuschlagen kann. Sieben Tore erzielte Ratingen bereits in der Anfangsviertelstunde, neunmal gab es den Treffer in der Schlussphase. Laut Quote kommen die Blau-Gelben aktuell zweimal pro Spiel zum Torerfolg. Diese Bilanz hatte Doppeltorschütze Fatih Özbayrak beim 2:1 gegen Jahn Hiesfeld zuletzt bestätigt. Gegen das zurzeit beste Rückrundenteam der Liga - Spitzenreiter VfB Homberg hat eine Partie weniger bestritten – muss West alle Kräfte mobilisieren, um die Punkte auf der linken Rheinseite zu behalten. Zuletzt gelang dies in der Saison 2008/2009.

Bei einem Blick aufs Tableau wird deutlich, wie wichtig die volle Punkteausbeute für den SC im Abstiegskampf wäre. Mit 25 Zählern bekleiden die Düsseldorfer den ersten Abstiegsplatz, Hilden (26 Punkte) und Essen (27) liegen knapp davor.