Fußball-Oberliga: Hashimoto führt SC West zum Sieg

Fußball-Oberliga : Hashimoto führt SC West zum Sieg

Die Oberkasseler gewinnen gegen Nettetal mit 2:0. Währenddessen verpasst die Turu drei Punkte gegen Meerbusch.

SC West – Union Nettetal 2:0. Den ersten Warnschuss von Winterzugang Shunya Hashimoto erlebten die Zuschauer mit ihren Augen und Ohren. Der Angreifer des Fußball-Oberligisten SC West donnerte den Ball im Spiel gegen Union Nettetal aus rund 20 Metern an den Querbalken. Hier gelang es noch nicht, doch wenn einer die Führung für die Oberkasseler in diesem chancenarmen Duell erzielen würde, konnte es eigentlich nur der Japaner sein. Die Zweikampffreude, die Laufbereitschaft und die quirligen Wendungen machten Hashimoto zum auffälligsten Akteur auf dem Feld.

Kurz nach dem Seitenwechsel folgte dann erneut ein Schuss, ein Strahl, ein Tor. Mit dem Vollspann katapultierte Hashimoto das Spielgerät unhaltbar ins Netz und legte damit den Grundstein für den späteren 2:0-Erfolg. Da hielt es dann auch Trainer Ranisav Jovanovic, seinen Assistenten Torsten Klump und Manager Manuel Haber nicht mehr auf den sorgfältig platzierten Stühlen.

13 Spieltage lang befand sich der SC West nun in der Abstiegszone und steht durch den „Dreier“ zum ersten Mal nach fünf Monaten wieder über dem Strich. Dass der Klub am ETB Schwarz-Weiß Essen und am VfB Speldorf vorbeiziehen würden, hatte sich in der ersten Hälfte – abgesehen von Hashimotos Aluminiumtest – kaum angedeutet. Vielmehr war es einer Rettungstat von Kristijan Stefanovski zu verdanken, dass die Oberkasseler nicht sogar in Rückstand geraten sind. „Uns war von Anfang an klar, dass wir uns den Sieg hart erarbeiten müssen“, sagte Stefanovski.

Der Rechtsverteidiger war es auch, der mit einem 50-Meter-Kraftakt das 2:0 durch Dennis Ordelheide vorbereitete. Dass Hashimoto am Ende aber der Matchwinner war, stand außer Frage: „Es ist Wahnsinn, wie der Junge trainiert hat. Er verkörpert die japanische Mentalität und kämpft bis zum Umfallen“, lobte Trainer Jovanovic.

TSV Meerbusch – Turu 2:2. So ganz glückte der Turu die Revanche für die 0:3-Niederlage im Hinspiel gegen den TSV Meerbusch nicht. Doch nach dem 2:2-Unentschieden waren die meisten Betrachter mit dem Spielausgang zufrieden und empfanden ihn als weitgehend gerecht. Eine Ausnahme war Turu-Trainer Samir Sisic, der den Schiedsrichtern vorwarf, mit einigen ihrer Entscheidungen maßgeblich am Ausgang der Partie mitgewirkt zu haben.

Der erste Aufreger fand bereits nach gerade einmal einer Minute Spielzeit statt. „Ridvan Balci und Ryo Terada liefen auf einmal mit dem Ball alleine auf mich zu. Das muss vorher Abseits gewesen sein“, beschrieb Turus Innenverteidiger Daniel Rey Alonso die betreffende Szene. Der Schiedsrichter pfiff nicht, und Terada konnte den Ball ungestört über die Torlinie schieben. Die Oberbilker brauchten einige Zeit, um sich davon zu erholen. Doch in der letzten Viertelstunde vor der Pause waren die Düsseldorfer das klar überlegene Team und kamen zu mehreren Chancen.

Und immer war Ausnahme-Spieler Jacob Ballah daran beteiligt. Zuerst setzte er das Kunstleder fast von der Torauslinie auf die Querlatte des TSV-Gehäuses. In der 43. Minute gelang ihm dann mit einem Kabinettstück der Ausgleich. Er tanzte am linken Strafraumeck elegant seinen Gegenspieler aus und zirkelte praktisch aus dem Stand den Ball in den Winkel. Damit nicht genug: Er war auch noch Vorbereiter der 2:1-Führung.

Die zweite Szene, die für Missfallen bei Trainer Sisic sorgte, ereignete sich dann nach einer Stunde. Der Schiedsrichter hatte nach einem Abwehrversuch von Maximilian Funk im Strafraum auf Handspiel erkannt. Dennis Dowidat verwandelte den Elfmeter sicher. Allerdings hätte die Turu den Siegtreffer noch erzielen können, genug Möglichkeiten waren vorhanden.