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Für die Stute war der Sieg in Grafenberg Höhepunkt ihrer Karriere. Dabei hatte sich Jockey Adrie de Vries nicht an die taktische Anweisung gehalten.

Galopp : Marshmallow gewinnt den Großen Preis der Landeshauptstadt

Für die Stute Marshmallow war der Sieg in Grafenberg Höhepunkt ihrer Karriere. Dabei hatte sich Jockey Adrie de Vries gar nicht an die taktische Anweisung des Trainers gehalten.

Vor einem Jahr meldete Gregor Baum, Besitzer des in der Nähe von Hannover gelegenen Gestüts Brümmerhof, die Stute Marshmallow für eine Auktion in Baden-Baden an. Sie schien ihm nicht gut genug zu sein. Doch als ob sie es gehört hätte, bekam sie plötzlich das große Laufen, stieg schnell aus unteren Kategorien auf. Am Sonntag gewann sie als bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere den Großen Preis der Landeshauptstadt auf der Grafenberger Rennbahn.

Dabei hatte sich Jockey Adrie de Vries nicht einmal an die Anweisungen des an diesem Tag in Paris weilenden Trainers Peter Schiergen gehalten. „Ich sollte nicht unbedingt an der Spitze gehen“, gab der Niederländer zu Protokoll, „aber die Stute ist so gut aus den Startboxen gekommen, da wollte ich sie nicht zurückhalten. Aber ich bin sicher, dass Peter darüber nicht sauer ist.“ Marshmallow marschierte an der Spitze immer weiter, ihr sechster Sieg beim zwölften Start, eine hervorragende Bilanz. Von einem Verkauf ist natürlich keine Rede mehr, sie wird in naher Zukunft eine Box als Zuchtstute auf dem Brümmerhof beziehen.

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Die Favoritin Liberty London mit Andrasch Starke im Sattel griff zwar die ganze Gerade herunter die führende Marshmallow an, konnte diese aber nicht ernsthaft beeindrucken. Am Ende wurde sie zumindest noch Zweite, der aufgeweichte Boden könnte nicht nach ihrem Geschmack gewesen sein.

Nach Frankreich, in den Stall von Henri-Alex Pantall, der in Beaupréau an der Loire trainiert, ging das zweite Hauptereignis des Tages. Maria Amalia, die zum weltumspannenden Pferdeimperium von Scheich Mohammed al Maktoum aus Dubai gehört, setzte sich im Schloß Roland-Stutenpreis knapp gegen die Favoritin Marlar durch. Noch vor wenigen Wochen hatte es an gleicher Stelle ganz anders ausgesehen, da hatte Marlar ein ähnliches Rennen gewinnen können, Maria Amalia war nur Fünfte. „Doch da war der Boden noch ganz anders“, berichtete Jockey Julien Guillochon, „die Bahn war schnell, das mag sie nicht besonders. Der Regen hat diesmal den Unterschied gemacht.“

Nicht vor Ort war diesmal Peter-Michael Endres, der Präsident des Reiter- und Rennvereins. Er war nach Paris gereist, um dort seinen Torquator Tasso im Prix de l’Arc de Triomphe zu sehen. Deutschlands bester Galopper wurde zum Sensationssieger im wichtigsten Pferderennen Europas, für seinen Besitzer mit Sicherheit der größte Moment in einer doch schon langen Karriere als Besitzer von Rennpferden.        

Daheim beendete der Reiter- und Rennverein eine eher durchwachsene Saison. Corona- und auch witterungsbedingt blieben die Besucherzahlen teilweise unter den Erwartungen, bei wenig einladendem Wetter auch am Sonntag.