Lokalsport: Foto-Finish in Grafenberg

Lokalsport : Foto-Finish in Grafenberg

Die dreijährige Stute Well Timed wird ihrem Namen beim BMW-Renntag gerecht und gewinnt das Galopprennen mit wenigen Zentimetern Vorsprung.

Am Ende waren es nur wenige Zentimeter, die den Unterschied ausmachten: Well Timed unter Filip Minarik hieß die Siegerin im Preis der BMW Niederlassungen NRW, dem Hauptereignis am Samstag auf der Grafenberger Galopprennbahn, Sword Peinture war in einer knappen Entscheidung die Zweitplatzierte.

Für derartige enge Angelegenheiten hat der Mensch die Zielfotografie erfunden. Und die zeigte Well Timed als Siegerin "kurzer Kopf" heißt die Maßeinheit, die über Sieg oder Niederlage entschied. Und das Team von Sword Peinture musste noch eine Schrecksekunde überstehen, denn die Stute entledigte sich kurz nach dem Ziel von ihrem Jockey Jozef Bojko, was aber für beide ohne Folgen blieb. Dritte wurde die Außenseiterin Attention Run vor der stark gewetteten Felora.

"Sie ist eine unheimliche Kämpferin, zieht immer wieder an", beschrieb Jean-Pierre Carvalho die Siegerin Well Timed, die er in Bergheim bei Köln betreut. Schon vier Wochen zuvor war die Stute im Besitz der Kölner Familie Ullmann in Grafenberg erfolgreich gewesen und hier wird auch das große Saisonziel angesteuert, der Henkel Preis der Diana am ersten August-Sonntag. "Natürlich werden wir da laufen", sagt Carvalho, "einmal werden wir aber vorher noch starten, vermutlich im Juni in Berlin."

Nichts zu bestellen hatte mit Come on City die einzige Lokalmatadorin im Rennen. Der vierbeinige Schützling von Ertürk Kurdu kam nur auf den vorletzten Platz, wonach sich der Trainer wenig erbaut über den Ritt von Enki Ganbat zeigte. "Er hätte mehr vorne mitgehen sollen, nicht ganz hinten", sprach er die Taktik des Reiters an. Von dort konnte die Stute in der entscheidenden Phase nicht mehr zulegen.

Immerhin einen Erfolg eines heimischen Stalles gab es aber doch noch. Wenn man nur ein einziges Pferd trainiert, dann fokussiert sich natürlich immer alles auf den jeweiligen Start: Anja Kleffmann hat ihre fünf Jahre alte Stute in Grafenberg stationiert, ein Sieg war bei ihr bei 23 Starts noch nicht gelungen. Das ist seit Samstag Geschichte, mit Lena Mattes im Sattel gewann sie ein Rennen im Rahmenprogramm - nicht unbedingt eine Prüfung der Champions League des deutschen Turfs, aber Sieg ist Sieg.

Gleich zwei Treffer gelangen einem Mann, der im Moment wenig Fehler macht: Andreas Bolte studierter Tierarzt aus Lengerich im Tecklenburger Land war mit zwei Pferden im Transporter gen Düsseldorf gefahren und kehrte mit zwei Siegern zurück. Mit Madina und Koschawa gewann er gleich die ersten Rennen des Programms.

Rund 6000 Besucher waren auf die Rennbahn gekommen, doch blieb der Wettumsatz von etwas mehr als 130.000 Euro unter den Erwartungen. Besser dürfte es am kommenden Sonntag aussehen, dann steht der Königsallee-Renntag mit dem Klassiker "German 1000 Guineas" auf dem Programm.

(RP)
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