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Fortuna Düsseldorf: Ehemalige Jugendmann

Veteranen treffen sich regelmäßig : Fortunas alte Meister

Alle sechs Monate trifft sich die ehemalige Jugendmannschaft der Düsseldorfer Fortuna, die 1960 westdeutscher Meister wurde. Frühere Glanzzeiten sind dabei ebenso Thema wie die Erfolge des aktuellen Profiteams.

Sie hatten sich nach ihrem großen Erfolg aus den Augen verloren – wie das Leben eben manchmal so spielt. Nach dem Gewinn der westdeutschen Meisterschaft für U21-Mannschaften im Jahre 1960 (auch wenn sich diese Bezeichnung für Juniorenteams erst Jahrzehnte später einbürgern sollte) zerstreuten sich die damaligen Spieler der Fortuna in alle Winde. „Das war da noch nicht so wie heute, wenn Spielerbeobachter sich um die Talente kümmern. Auch unser Verein Fortuna hat sich nicht sonderlich um uns bemüht“, erklärt der ehemalige Läufer des Erfolgteams, Reinhard Rostek.

Er war es, der 50 Jahre nach dem Titelgewinn damit begann, nach den alten Mitstreitern im rot-weißen Trikot zu forschen. So manch einer hätte wahrscheinlich diese monatelange Suche über die Grenzen Deutschlands hinaus wegen der vielen Fehlschläge aufgegeben. Aber wenn es um Fortuna geht, war und ist für Rostek, einem Fortuna-Verrückten im positiven Sinne, kein Weg zu steinig.

Vor sechs Jahren hatte seine Beharrlichkeit dann endlich den gewünschten Erfolg. Das erste „Klassentreffen“ der einstigen Fortuna-Mannschaft fand statt. Zum Treffen gehörte auch der Besuch eines Zweitligaspiels der Fortuna. Am Ende versprach man sich, nicht wieder so lange ohne Kontakt zu bleiben und sich in Zukunft alle halbe Jahre zu treffen. „Das haben wir tatsächlich geschafft. Heute ist unser zwölftes Treffen seitdem“, erzählt Rostek nicht ohne Stolz. Auch wenn die meisten der mittlerweile älteren Herrn der Jahrgänge 1940/41 nicht mehr so ganz in ihre Trikots von damals passen: Die Erinnerung an jene Zeit als Spieler bei Fortuna ist präsent geblieben.

Fortuna Düsseldorf: Ehemalige Jugendmann
Foto: Ja/HORSTMUELLER GmbH

Der Durchmarsch in der Niederrhein-Klasse mit der unglaublichen Tordifferenz von 156:1 gehört natürlich zu den gern erzählten Geschichten. Dass der Torhüter der Flingerner als einer der Ersten in Deutschland komplett in gelben Klamotten gespielt und dadurch die Gegner vermutlich verwirrt hatte. Die Ergebnisse der Endspiele um die westdeutsche Meisterschaft haben sie alle noch im Kopf: „6:1 am Flinger Broich gegen Alemannia Aachen und im Rückspiel 3:2 am Tivoli.“ Unvergessen auch, wie der früh verstorbene Lothar Jung, jüngerer Bruder des Torjägers bei Turu, Spvg Fürth und Büderich, Norbert Jung, bei der Ehrung in Duisburg eine Menge Schnitzel vertilgte, die ebenfalls meisterwürdig war.

Zu den alten Geschichten kommen dann Episoden aus jüngerer Zeit. Dass Fortuna-Fan Rostek mit der aktuellen Aufstiegsmannschaft mit nach nach Nürnberg zum letzten Spiel gefahren ist und dort wegen des ausverkauften Stadions vor dem Spiel kein Bier bekommen hat. Dafür aber, als es hinterher 6000 Liter Freibier gab, er gleich vier Krüge in den Händen hielt. „Ich vertrage heute allerdings nicht mehr so viel wie früher bei unseren Feiern“, gesteht sein Kollege und sorgt mit einer Geschichte dazu für viel Heiterkeit. „Ich bin nach einem unserem letzten Treffen in den falschen Bus gestiegen und kam statt in Monheim in Hilden aus. Ich habe dann einen anderen Bus genommen und bin wieder nicht in Monheim, sondern in Leverkusen gelandet. Ich musste mich dort von meiner Frau mit dem Auto abholen lassen und habe was zu hören bekommen.“

In sechs Monaten will sich die Truppe wiedersehen und sich wie dieses Mal einig sein, dass die Zeit damals in der Meister-Mannschaft Fortunas nicht die schlechteste ihres Lebens war. Und vielleicht gibt es dann ja auch schon wieder weitere positive Neuigkeiten vom aktuellen Bundesligateam zu besprechen.