Regionalliga 18/19 : Fortuna II: Fünf Gründe für den missratenen Start ins Jahr

Derzeit ist der Wurm drin bei Fortunas „Zwoter“. Am Wochenende pausiert die Regionalliga aber, sodass die Flingerner in Ruhe an ein paar Ecken feilen können.

Der Blick auf die Tabelle war schon einmal angenehmer. Als die Regionalliga-Fußballer der Fortuna im vergangenen Herbst eine beeindruckende Serie mit fünf Siegen in Folge auf den Rasen zauberten, machten sie es sich im gesicherten Mittelfeld des Klassements gemütlich. Inzwischen – fünf Partien und vier Niederlagen später – sieht die Welt aber nicht mehr ganz so rosig aus. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt zwar noch acht Zähler, doch die Konkurrenz kann aufgrund von Nachholspielen aufschließen.

Es besteht also durchaus die Gefahr, dass es brenzlig wird im Tabellenkeller, zumal die Flingerner den Start ins neue Jahr mit zwei Schlappen gegen Alemannia Aachen (0:4) und die U23 von Borussia Dortmund (0:2) in den Sand gesetzt haben. Allerdings war nicht alles schlecht, überbordende Schwarzmalerei verbietet sich deshalb. Vielmehr hat es an ein paar speziellen Punkten gehapert.

Kuriose Schiedsrichter-Entscheidungen. Leander Goralski war außer sich vor Wut, als Referee Christopher Schütter nach der Begegnung gegen Dortmund auf dem Weg in seine Kabine war. Der Innenverteidiger hatte Redebedarf. Zum einen über den Freistoßpfiff vor dem entscheidenden Treffer zum 0:2, der schlichtweg falsch war. Und zum anderen über die Rote Karte gegen Angreifer Amir Falahen, der offenbar eine Tätlichkeit begangen haben soll – so richtig gesehen hatte die Szene allerdings niemand der anwesenden Protagonisten und Zuschauer.

Pech im Abschluss. Die „Zwote“ hatte in den beiden ersten Spielen des Jahres durchaus ihre Chancen, wartet aber trotzdem seit 189 Minuten auf einen Treffer. In Aachen scheiterte Kaito Miyake zwei Mal sehr knapp, gegen den BVB traf Dario Bezerra Ehret den Pfosten und Zugang Thorben Deters konnte den Ball freistehend vor dem Tor nicht unter Kontrolle bringen.

Enttäuschender Auftritt der Profi-Leihgaben. Davor Lovren, den die Fortuna im Winter eigentlich verleihen wollte, stand in beiden besagten Partien von Beginn an auf dem Platz. Während er bei seinen zwei Einsätzen vor der Winterpause in Wuppertal und Köln das Spiel noch belebt hatte, blieb er nun aber äußerst blass. Dasselbe gilt für den aussortierten Stürmer Emir Kujovic, der gegen die Dortmunder eine schwache Leistung bot. Klar: Ihm fehlt die nötige Praxis. Doch selbst vermeintlich einfache Zuspiele kamen nicht an, und auch sonst lief wenig zusammen.

Schmerzhafter Abgang. Besonders Taylan Duman, der pikanterweise bereits in der zweiten Begegnung nach seinem Wechsel mit den Dortmundern wieder am Flinger Broich aufkreuzte, fehlt im Mittelfeld an allen Ecken und Enden. An guten Tagen zog er in der Zentrale die Strippen, inszenierte gefährliche Angriffe und arbeitete auch defensiv in den meisten Fällen gut mit.

Zu wenig Lautstärke. Auf dem Platz war es gerade gegen die Borussia mucksmäuschenstill. Selbst nach dem 0:2 entfachte niemand der Akteure das Feuer, der Glaube an eine mögliche Rückkehr ins Spiel fehlte. Niemand ging lautstark voran, riss das Team mit.