American Football: Football-Ladys kämpfen um die Meisterschaft

American Football : Football-Ladys kämpfen um die Meisterschaft

American Football ist ein harter Sport, bei dem muskelbepackte Männer unter vollem Körpereinsatz um einen Ball kämpfen – so lauten zumindest die gängigen Vorurteile. 25 Frauen aus der Region räumen damit zurzeit kräftig auf.

American Football ist ein harter Sport, bei dem muskelbepackte Männer unter vollem Körpereinsatz um einen Ball kämpfen — so lauten zumindest die gängigen Vorurteile. 25 Frauen aus der Region räumen damit zurzeit kräftig auf.

Sie kämpfen als "Düsseldorf Blades" in der Damenbundesliga des American Football Verbands Deutschland um die Meisterschaft — und das sehr erfolgreich. Simone Suchanek ist zierlich, ihre dunkelblonden Haare hat sie zu einem Zopf geflochten. Sie ist Linebacker (Verteidigerin) bei den Düsseldorf Blades und trägt die Rückennummer 30. Zum American Football hat sie die Neugierde gebracht: "Früher habe ich Badminton gespielt", erzählt die 21-Jährige lachend.

Seit 2005 ist sie nun schon dabei, erst bei den Düsseldorf Panthern, heute bei den Blades. "American Football ist ein sehr taktischer Sport. Das finde ich faszinierend. Beim Training kann man außerdem mal richtig Dampf ablassen." Ihr Trainer Maik Spieß (24) ergänzt: "Frauenfootball ist athletischer als der der Männer. Meine Mädels sind zurzeit richtig gut, wird sind sogar schon Nordmeister geworden."

Zum Team der Düsseldorf Blades, das seit 2009 besteht, gehören Frauen jeder Statur, Größe und Alters. Egal ob dick, dünn, groß, klein, alt oder jung - einen bestimmten Typen gibt es nicht. Jede der 25 Frauen im Alter von 17 bis 34 Jahren wird von den vier Trainern des Teams speziell auf ihre Position trainiert. "Wenn man anfängt, muss man nicht einmal besonders sportlich sein", sagt Simone Suchanek. "Fit wird man von selbst, wenn man das Training ernst nimmt." Und ernst nehmen muss man die anstrengenden Übungen, denn bei Sportarten mit Vollkontakt führen falsche Bewegungen schnell zu Verletzungen — da sind die American Football Ladys keine Ausnahmen.

Dreimal in der Woche treffen sich die Blades zum Training auf der Platzanlage Kikweg in Eller. Zweimal davon werden Spielzüge, Angriffe und Ballwürfe geübt; einmal in der Woche treffen sich die Frauen zum gemeinsamen Konditionstraining. Das zweistündige Training beginnt immer mit einer Aufwärmphase in voller Ausrüstung. Mit wuchtigen Schulterpolstern und Helmen ausgerüstet, sind die hübschen Frauen, die sich dahinter verbergen, kaum noch zu erkennen. Die vier Trainer nehmen meist wenig Rücksicht darauf, dass ihre Schützlinge Frauen sind: Die Tonart beim Training ist ebenso rau wie der beim Training der Herrenmannschaft "Düsseldorf Bullies", das zeitgleich stattfindet. Körperspannung, Hüfthaltung, Armposition — bei den Übungen, den sogenannten Drills, muss alles stimmen, denn umso weniger Fehler passieren später im Spiel.

Neben den Spielzügen, Passwürfen und Koodinationsübungen ist auch das Tackling (engl. to tackle somebody = jemanden angreifen) fester Bestandteil jeder Trainingseinheit. Denn auch die Frauen kämpfen, wie ihre männlichen Kollegen, mit vollem Körpereinsatz um den Ball. Egal ob gegen einen schweren Dummy aus Plastik oder im direkten Zweikampf, bei ihren Übungen knallen Helme auf Helme und Schulterpolster auf Schulterpolster.

Nach dem Training kommen rote, verschwitzte und zufriedene Gesichter unter den Helmen zum Vorschein. Schon jetzt sieht man den Frauen die Vorfreude auf die nächste wichtige Etappe auf dem Weg zum Deutschen Meister an. Es ist das Spiel gegen die Mülheim Shamrocks am Sonntag, 17. Juli. Kick-Off ist um 15 Uhr im Sportpark Niederheid.