Football: Düsseldorf Panther vor dem Comeback

Football: Die traditionsreichen Panther vor der Rückkehr in die erste Liga : Von Crayton schwärmen die Fans noch heute

1995 war das erfolgreichste Jahr der Düsseldorfer Footballer. Sie holten den Eurobowl und die deutsche Meisterschaft. Schlüsselfigur war der vielseitig einsetzbare Amerikaner, der von den USC Trojans an den Rhein kam. Am 6. Oktober können die Panther im Relegations-Rückspiel gegen Hamburg (Hinspiel 36:10) in die erste Liga zurückkehren.

Auch wenn American Football wie kaum eine andere Sportart ein Mannschaftssport ist, wäre das Jahr 1995, das zum erfolgreichsten der Panther wurde, ohne einige besonders herausragende Kräfte nicht möglich gewesen. Die Düsseldorfer nahmen nämlich zu Quarterback Brad Parpan und Linebacker Scott Sether mit Estrus Crayton einen weiteren Amerikaner unter Vertrag.

Crayton, dessen Verpflichtung eher zufällig zustande kam, sollte zu einem der besten und erfolgreichsten Spieler in der Geschichte des American Footballs in Europa werden. Der vielseitig einsetzbare Amerikaner, der vom Team der USC Trojans an den Rhein kam, holte als Receiver und Runningback 1400 Yards und 30 Touchdowns im Schnitt pro Spielzeit. Mit mehreren Vereinen gewann er sieben Mal den German Bowl und zweimal den Eurobowl.

Seine Erfolgsgeschichte bei den Panthern begann wenig verheißungsvoll, da er sich zu Beginn der Saison einen Mittelhandbruch zuzog und wochenlang ausfiel. Seinen ersten Einsatz im Team des amerikanischen Trainers Bob Enger hatte er im Halbfinale des Eurobowls. In der Partie gegen die Leguano Frogs stellte er mit vier Touchdowns gleich seine Sonderklasse unter Beweis und war entscheidend am 35:31-Sieg und an der Finalteilnahme der Panther beteiligt. Auch der Gewinn des Eurobowls wäre ohne ihn wohl kaum möglich gewesen.

Zwei Minuten vor dem Abpfiff führten die London Olympians vor 22.000 Zuschauern im Stuttgarter Daimler Stadion noch mit 14:7. Doch mit zwei gefangenen Pässen von Parpan drehte Crayton die Partie zum 21:14-Erfolg. Von seinem letzten Touchdown, als er den Ball in der Endzone akrobatisch zwischen drei Abwehrspielern in der Luft herausfischte, schwärmen die älteren Anhänger der Panther heute noch.

Auch in der Bundesliga eilten die Panther von Sieg zu Sieg und waren am vorletzten Spieltag seit einem Jahr unbesiegt. In den Play-offs wurden die Stuttgart Scorpions im Viertelfinale und die Cologne Crocodiles im Halbfinale bezwungen. Pech für Ken Steinbiß aus der Defense Line, der sich im Spiel gegen Köln einen Bruch zuzog. Der frühere Jugendspieler der Panther hatte zuvor bei allen fünf Titelgewinnen mitgespielt und musste nun im Finale gegen die Hamburg Blue Devils aussetzen. Vor 12000 Zuschauern siegten die Düsseldorfer mit 17:10 und holten sich so zum sechsten Mal den Meisterpokal. Für einen anderen ganz Großen der Panther war diese Partie die letzte. Offense-Liner Gerald Olschewski, der auch in der World League gespielt hatte, beendete seine Karriere. Crayton gehörte in den folgenden Jahren den Top-Teams der GFL an. Er lief als Runningback, Wide Receiver, Cornerback und Safety auf. Als Wide Receiver und Runningback holte er im Schnitt 1400 Yards pro Saison und erzielte mehr als 30 Touchdowns pro Saison.

An diese glorreichen Zeiten könnten die Panther schon bald wieder anknüpfen. Am Samstag, 6. Oktober, steigt um 15 Uhr im Stadion des VfL Benrath das Relegations-Rückspiel um den Aufstieg in die erste Bundesliga, die GFL. Gegner sind die Hamburg Huskies, und das Hinspiel in der Hansestadt haben die Düsseldorfer bereits 36:10 gewonnen. Estrus Crayton wartet auf seine Nachfolger.

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