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Football: Fliedner-Schüler steigen auf

Football : Fliedner-Schüler steigen auf

Jens Ruffert, Sport- und Englisch-Lehrer des Theodor-Fliedner Gymnasiums, ist klitschnass. Um ihn herum stehen seine Schüler und lachen. Wenige Augenblicke zuvor haben sie einen riesigen Eimer Wasser über Ruffert gegossen.

Nachwehen des bundesweiten Bildungsstreiks? Nein, im Gegenteil. Die Jungen sind Teil der Football-Schulmannschaft TFG Typhoons, Herr Ruffert ausnahmsweise ihr Trainer. Und die Wasserdusche nur ein — im Football übliches — "Dankeschön". Das Schulteam freut sich nach einem 3:0-Sieg gegen die Wuppertal Greyhounds im letzten Saisonspiel über die Jugend-Verbandsligameisterschaft und den Aufstieg in die Oberliga.

Der Höhepunkt eines kleinen Sportler-Märchens auf deutschem Boden: Vor fünf Jahren werden die TFG Typhoons als erste Football-Schulmannschaft gegründet. Seit 2007 nehmen sie am normalen Vereins-Spielbetrieb teil und sind schnell erfolgreich.

Mittlerweile sind die Typhoons seit zwei Spielzeiten ungeschlagen, schafften zwei Aufstiege in Folge — trotz 18 altersbedingter Abgänge. "Das hat uns aber noch mehr zusammen geschweißt", sagt Kapitän Marius Helten, Gründungsmitglied der Typhoons. Erfolgsgarant der besonderen Schul-AG ist für den 18-Jährigen der Zusammenhalt: "Ich war in vielen Sportvereinen, aber bei uns ist die Identifikation viel größer." Schule und Eltern bilden mittlerweile einen riesigen Fanclub. Zum vorletzten Spieltag kommen 500 Zuschauer, viele von ihnen tragen Fanartikel.

Trotz der großen Typhoons-Euphorie vergisst Ruffert nicht, warum er eine Schulmannschaft gründen wollte. "Football ist pädagogisch wertvoll", sagt er. So wird der Trainer Ruffert nach der Pokalübergabe auf der Sportanlage der Heinrich-Heine-Universität auch wieder zum Lehrer. "Das ist der Lohn unserer Arbeit. Arbeit lohnt sich immer. Merkt euch das", sagt der Coach. Nicht nur im Hinblick auf die nächste sportliche Herausforderung. Auch beim Abitur zählen Disziplin und Arbeit. Nur bei den Lehrern bedanken sollten sich die Typhoons da vielleicht doch auf andere Weise.

(RP)