Lokalsport: Felora ist Favoritin in Grafenberg

Lokalsport : Felora ist Favoritin in Grafenberg

Die Stute "Come on City" steht bei ausländischen Käufern hoch im Kurs.

Ungewöhnliche Bedingungen verlangen ungewöhnliche Anfangszeiten: Der erste Start des heutigen Renntags in Grafenberg ist auf 11.35 Uhr festgelegt. Weil die ersten fünf der neun Rennen live in rund 12 000 Wettannahmestellen in Frankreich übertragen und von dort aus gewettet werden können. Der Reiter- und Rennverein bekommt dafür einen Pauschalbetrag im unteren fünfstelligen Bereich. Ein Geschäftsmodell, das in Deutschland inzwischen an über fünfzig Renntagen im Jahr praktiziert wird und das zum Überleben der Sportart beiträgt.

Nur: Die Franzosen diktieren die Anfangszeiten und da am Samstag in den Wettbistros schon des Morgens Betrieb ist, laden die Grafenberger zu einer Art Rennfrühschoppen ein - dies im Rahmen des stets publikumsträchtigen BMW-Renntages. Das hat schon vor einem Jahr bestens funktioniert.

Und sportlich stimmt das Angebot auch. Der Preis der BMW Niederlassungen NRW, das achte Rennen des Tages, ist einer der wichtigsten Tests auf den Henkel-Preis der Diana Anfang August. Mit 25 000 Euro ist das Rennen dotiert, acht der elf Stuten, die in der Starterliste stehen, sind auch noch für diesen Klassiker engagiert.

Dabei ist mit Come on City auch eine Stute, die vor Ort im kleinen Stall von Ertürk Kurdu trainiert wird. Anfang April war sie in Grafenberg erstmals überhaupt im Rennbahneinsatz, kam zu einem doch etwas überraschenden Sieg. Das weckte das Interesse von ausländischen Käufern, "aus Australien", wusste Kurdu zur Wochenmitte zu berichten und war sich noch gar nicht sicher, ob sein vierbeiniger Schützling heute überhaupt laufen wird, kurzfristig könnte noch ein Besitzwechsel vollzogen werden.

Schwer genug wird es im Falle eines Starts ohnehin, denn es kommt Konkurrenz aus ganz Deutschland Richtung Düsseldorf. Als Favoritin könnte Felora antreten, eine Stute aus dem mächtigen Stall von Trainer Andreas Wöhler aus Gütersloh. Auch sie hat beim einzigen Start ihrer Karriere gewonnen, gegen allerdings starke Konkurrenz in Berlin-Hoppegarten. Und sie kann sich auf gute Verwandtschaft berufen: Ihre Schwester Feodora hat den Henkel-Preis der Diana vor vier Jahren für sich entscheiden können. Felora gehört der Frankfurter Familie Weil-Daßbach, im Sattel sitzt der Panamaer Eduardo Pedroza, viermal schon Deutscher Meister der Jockeys.

Diesen Titel strebt in diesem Jahr wieder Andrasch Starke an. Der achtmalige Champion führt die aktuelle Bestenliste an und ist auch im Grafenberger Hauptereignis chancenreich engagiert. Er reitet für den Kölner Trainer Peter Schiergen Lafilia, die sich vor Ort bestens auskennt, hat sie doch hier Anfang April gewonnen. Ein weiterer Treffer wäre keine Überraschung.

(RP)
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