Galopp : Favoriten kommen aus England

Beim Sparkassenpreis am Sonntag auf der Galopprennbahn geht es um viel Geld.

Wenn in jüngster Zeit nach den wichtigen Ereignissen im deutschen Galopprennsport das Preisgeld ausgezahlt wird, dann werden die größeren Summen in der Regel auf ausländische Konten überwiesen. Das könnte auch nach dem Hauptereignis am Sonntag in Grafenberg der Fall sein, denn die Favoriten im Großen Sparkassenpreis kommen aus England und Frankreich.

Denn dem Ruf des großen Geldes können sich die deutschen Besitzer hochklassiger Pferde mehr und mehr nicht entziehen. Der Standard des Rennsports hierzulande ist durchaus hoch, doch die Preise, die für die Pferde aus Ländern wie Australien, Großbritannien oder dem Mittleren Osten geboten werden, sind es auch. Die Rechnung ist ziemlich einfach: 17.500 Euro etwa beträgt der Siegpreis am Sonntag im Sparkassenpreis, eine Menge Geld, „doch sind sechsstellige Gebote für die in solchen Rennen vorne einkommenden Pferde Normalität“, sagt ein in der Branche gut vernetzter Vermittler. Und da ist ein Verkauf nicht fern, ganz einfach, um die Bücher glatt zu machen.

Rennpreise in anderen Ländern liegen noch auf einem ganz anderen Level als in Deutschland, da lohnen sich derartige Investitionen schon. Als unlängst der drei Jahre alte Hengst Ashrun in Frankreich ein größeres Rennen gewinnen konnte, „ging anderntags von morgens bis abends das Telefon“, berichtet Hans Wirth, Besitzer des Pferdes, „aber vorerst kommt ein Verkauf nicht in Betracht.“ Wirth ist mit seiner Stute Peace of Paris auch am Sonntag im Sparkassenpreis vertreten, doch ist sie eher Außenseiterin, kaum anzunehmen, dass wegen ihr schon jemand angerufen hat. Bei Ashrun könnte der Unternehmer aus dem badischen Waghäusel dann schwach werden, wenn die Gebote in siebenstellige Regionen klettern. Nicht unmöglich.

Eine Wertsteigerung ist auch bei Peace of Paris drin, sollte sie am Sonntag gut laufen, das ist letztlich auch das Ziel der ausländischen Gäste. „Wir kommen nach Deutschland, um ein solches Rennen zu gewinnen“, sagt Tom Clover, im englischen Newmarket Trainer der dort startenden Gypsy Spirit, „wobei wir langfristig denken. Wenn sie gewinnt, ist sie am Ende ihrer Rennlaufbahn als Zuchtstute besser zu verkaufen.“

So denkt selbst ein so betuchter Mann wie Scheich Mohammed Al Maktoum, Herrscher von Dubai. Er lässt aus Frankreich seine Stute Magical Image anreisen. Ein Sieg in Düsseldorf liest sich später im Rekord nicht schlecht, gut in Schwung ist die Stute in jedem Fall. So wird es für die siebenköpfige einheimische Truppe ein schwerer Gang werden, wobei Championjockey Andrasch Starke mit der von Hans-Jürgen Gröschel in Hannover trainierten Emerita in dem Stuten vorbehaltenen Rennen noch die besten Aussichten haben sollte – ein Heimsieg wäre aber fast schon eine Überraschung.

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