1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Lokalsport

„Eine Weltmeisterschaft so nahe an Olympia ist für die meisten nicht so toll“

Tennis : „Eine Weltmeisterschaft so nahe an Olympia ist für die meisten Spieler nicht so toll“

Borussias Manager ordnet nach der Verlegung der Tischtennis-WM wegen des Corona-Virus’ das Terminchaos.

Die Tischtennis-Mannschaftsweltmeisterschaft, die vom 22. bis 29. März im koreanischen Busan ausgespielt werden sollte, ist vom internationalen Tischtennis-Verband ITTF abgesagt worden. Der Grund ist die Ausbreitung des Corona-Virus’ in Asien. Nach den jüngsten Planungen soll die WM jetzt vom 21. bis 28. Juni an gleicher Stelle gespielt werden. Keine ideale Lösung, wie Richard Prause findet, Sportdirektor des Deutschen Tischtennis-Bundes. „Ich finde, es ist völlig richtig, die WM jetzt nicht stattfinden zu lassen. Das Risiko ist einfach zu groß, dem muss die ITTF Rechnung tragen“, erklärte Prause. „Die Frage ist, wie entwickelt sich alles weiter. Mit dem Termin kurz vor den Olympischen Spielen haben wir Bauchschmerzen. Innerhalb von sechs Wochen die beiden wichtigsten Turniere des gesamten Jahres zu spielen, ist sicherlich nicht optimal.“ Die WM-Verschiebung hat auch Auswirkungen auf die gesamte Jahresplanung der Tischtennis Bundesliga (TTBL), der Champions League und die individuellen Turnier- und Olympiapläne vieler Bundesligaspieler. In beiden Vereinswettbewerben ist die Borussia noch aktiv. Von den sechs Spielern im Borussia-Kader haben fünf allerbeste Chancen beim größten Sportfest der Welt, also den Spielen in Tokio, dabei zu sein. Borussia-Manager Andreas Preuß ist jedenfalls an vielen Fronten dabei, die neue Terminsituation für den deutschen Rekordmeister möglichst schnell in geordnete Bahnen zu bringen.

Wie ist die aktuelle Lage?

Preuß Die Verschiebung der WM wird auf jeden Fall zu Verwerfungen führen. Ich treffe mich mit Sportdirektor Richard Prause und Bundestrainer Jörg Roßkopf, um über die neue Situation zu sprechen. Die TTBL-Planungen waren ja auch auf den WM-Termin abgestimmt. Jetzt gibt es eben Veränderungen, eventuell verlegen wir den letzten TTBL-Spieltag. So wie es zurzeit aussieht, werden auch alle Asien-Turniere der Tischtennis-World-Tour ausfallen. Das gibt Freiräume im Mai, so dass man auch die Terminierung der Playoff-Spiele überdenken kann. Man muss nicht mehr zwei Playoff-Partien an einem Wochenende spielen, wenn man danach vier Wochen Pause hätte.

Welchen Einfluss hat die WM-Verlegung auf die Olympia-Planungen der Borussen?

Preuß Eine WM so nah an Olympia ist für die meisten Spieler nicht so toll. Sie haben keine Chance, mal wieder runterzukommen, sondern müssen unter Dauerstrom bleiben. Der einzige, für den es gut wäre ist wohl Timo Boll. Er braucht einfach Matches auf hohem Niveau. Jedenfalls wäre es für uns für den weiteren Jahresverlauf nicht gut, denn mit Timo, Omar Assar und Kristian Karlsson haben wir drei Spieler dabei, die ziemlich sicher bei den Spielen in Tokio dabei sind.

Chancen hat auch noch Anton Källberg für die schwedische Nationalmannschaft.

Preuss Richtig. Außenchancen besitzt auch Ricardo Walther als Ersatz für die deutsche Auswahl. Ich will ja keine Panik verbreiten, aber eventuell sind die Olympischen Spiele ja auch betroffen. Aber nicht genaues weiß man nicht. Und doch geht es darum, die Sache gut zu planen.

Sie befassen sich auch bereits mit Borussias nächster Saison.

Preuß Wir haben gerade den Vertrag von Kristian Karlsson um ein Jahr bis Juni 2021 verlängert. Wir haben schon länger Interesse daran gehabt, mit Kristian weiter zusammenzuarbeiten. Er ist ein Mannschaftsspieler par excellence. Er ist am Tisch und außerhalb ein wichtiger Faktor, kann andere Spieler mit seiner emotionalen und kämpferischen Spielweise mitreißen.

Damit haben Sie wieviele Spieler für kommende Saison im Kader?

Preuss Vier. Anton Källberg und Ricardo Walther haben ebenfalls einen Kontrakt bis 2021, Timo Boll sogar bis 2022. Omar Assar will Borussia verlassen. Offen ist noch, ob wir noch einen fünften Spieler verpflichten.