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Tischtennis: Ein idealer letzter Olympia-Test

Tischtennis : Ein idealer letzter Olympia-Test

Marco Pachlhofer ist "stolz wie Oskar". Er sitzt quasi im Schiedsgericht bei Spielen des dreimaligen Tischtennis-Europameisters Timo Boll (Borussia Düsseldorf) und des schwedischen Ex-Weltmeisters Jörgen Persson, bei Partien des Europameisterschaftsdritten Dimitrij Ovtcharov (Borussia) und bei vielen anderen europäischen Olympiateilnehmern. Damit hatte der Zwölfjährige vom TTC Egenhausen (Baden-Württemberg) nicht gerechnet. Eigentlich wollte er nur zum vierten Mal bei der Andro Kids Open, dem weltweit größten Tischtennis-Nachwuchsturnier in der Halle im Arena-Sportpark teilnehmen.

Dann aber ergatterte er noch eine Eintrittskarte für das ausverkaufte letzte Vorbereitungsturnier der europäischen Tischtennisspieler im Tischtenniszentrum am Staufenplatz. Dort wollte Pachlhofer den Stars in seiner Sportart bei der Überprüfung der Olympia-Form sozusagen über die Schulter blicken. Doch dann war Marco zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle und durfte plötzlich eine der vier Anzeigetafeln bedienen. Das machte er stundenlang und fehlerfrei. Kein Wunder, war er so seinen Vorbildern doch am nächsten. "Meine Lieblingsspieler sind Christian Süß und Timo Boll. Michael Maze und Vladimir Samsonov sind auch cool", so Marco. Pech für ihn, das sich Süß (Borussia) in den Gruppenspielen nicht für das Viertelfinale qualifizieren konnte. Zwar gewann der Borusse gegen Ntaniel Tsiokas (Griechenland) mit 3:2 Sätzen, aber gegen den Kroaten Tan Ruiwu konnte Süß sieben Matchbälle nicht verwandeln und unterlag mit 2:3 Sätzen.

Dimitrij Ovtcharov machte es besser als sein Clubkamerad. Er bezwang jeweils mit 3:1 Petr Korbel (Tschechien) und Panagiotis Gionis (Griechenland). Doch im Viertelfinale kam für den Düsseldorfer das Aus. Nach langem, harten Kampf setzte sich der erstaunlich stark spielende Jörgen Persson mit 3:2 durch. "Es war schwer, sich über die gesamte Spielzeit zu konzentrieren. In Peking wird es sicher anders laufen", meinte Ovtcharov.

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Dennoch gab es für die Düsseldorfer Grund zu jubeln, denn Turnierfavorit Boll schlug nacheinander den Kroaten Zoran Primorac (3:2) und den dänischen Ex-Borussen Michael Maze (3:2). Auch im Finale gegen Persson war Boll stärker. Damit holte sich der 27-Jährige ein hohes Taschengeld für die Zeit der Olympischen Spiele. "Ich habe heute viele Sätze unter Wettkampf-Bedingungen spielen können. Das wird mir im Blick Richtung Peking helfen", meinte Boll.

(RP)