Die Rollhockey-Abteilung des TuS Nord hat unter Celine Richter großen Zulauf.

Rollhockey : Rollschuhkünstler beim TuS Nord

Die Abteilung hat unter der Leitung von Celina Richter großen Zulauf unter den Vier- bis 18-Jährigen..

Dem achtjährigen Liv kann es nicht schnell genug gehen, auf die Bahn in der Rollsporthalle in Unterrath zu kommen. Dort soll in wenigen Momenten die Weihnachtsfeier der Abteilung Rollkunstlauf des TuS Nord beginnen. Die Vorbereitungen der jungen Dame, die seit gut einem Jahr zweimal in der Woche an der Eckenerstraße Sprünge, Pirouetten und Schrittfolgen auf Rollschuhen trainiert, die Feier haben nicht so gut begonnen, wie sie es sich gewünscht hätte. Ihr Kleid in den Vereinsfarben Grün-Schwarz war nicht aufzufinden gewesen, und sie hatte zu einem Ersatzkleid greifen müssen. Ihre Sorge erweist sich aber als unbegründet. Ihre Freundin Marlene wirkt beruhigend auf sie ein: „Wir sollten nur bunt gekleidet kommen“, sagte sie.

Die Rollkunstlauf-Abteilung des TuS Nord ist seit sechs Jahren erfolgreich. 2013 übernahm die 28-jährige Celina Richter die Leitung. Seitdem hat sich die Abteilung von acht auf 30 Mitglieder vergrößert. Ein Aufnahmestopp musste her, erst im kommenden Jahr können wieder Zugänge aufgenommen werden. Celina Richter wird aktuell nach Kräften von der 17-jährigen Cecile unterstützt, die vor zehn Jahren mit dem Rollkunstlauf in Unterrath begann. Für Celina Richter bleiben aber trotzdem noch viele Aufgaben übrig. „Ich bin nicht nur Trainerin, sondern auch Stylistin, Choreographin, Seelenklempnerin, Designerin für Kürkleider und Organisatorin der Wettbewerbe und Vereinsfesten“, sagte  die ehemalige Meisterschaftsteilnehmerin, die auf Rollschuhen die bunt gekleideten jungen Damen anführt.

Der Lohn ihres Engagements sind der rege Zulauf und die ­Begeisterung der Vier- bis 18-Jährigen. Wie gut die gebürtige Duisburgerin beim Nachwuchs ankommt, das bekam sie dann beim weihnachtlichen Wichteln zu spüren. Da gab es ­neben ­Geschenken auch jede Menge überschwängliche Dankbarkeit – zu spüren bei einem Kreis, den ihre Schützlinge auf dem Eis um sie bildeten.

Celina Richter ist immer geduldig und verständnisvoll bei der Sache. Und da muss auch der Beginn einer Weihnachtsfeier einmal ein paar Minuten später beginnen, wenn Livs Vater Schwierigkeiten damit hat, die Schnüre an den beiden Spezialschuhen der Achtjährigen in die dafür vorgesehenen Löcher zu bekommen. Und das trotz der gespannt wartenden Eltern auf der Tribüne.

Und dann ist es endlich soweit: Livs Vater hat den festen Halt des Metall-Gestells unter den Stiefeln, der vier Rollen und der beiden ­Stopper überprüft und gibt seiner Tochter mit einem kleinen Klaps den Sprung auf die Bahn zu ihren Partnerinnen frei.

„Das Hobby von Liv ist zeitlich schon ganz schön ­aufwändig, denn sie trainiert ­zusätzlich zu den zwei Stunden in der Woche hier auf Rollschuhen auch noch zweimal in der Woche Eiskunstlauf bei der DEG.“ Und man müsse nicht nur Zeit sondern auch einiges an Geld investieren. „Es ist nicht ganz billig. 200 Euro kosten die Stiefel der Anfänger. Und dann wachsen die Kinder ja auch, und die Schuhe beginnen zu drücken.“ Aber da gebe es dann die Möglichkeit, mit anderen zu tauschen. Außerdem habe der Verein auch einen Fundus an Ausrüstungs-Gegenständen.“

Aber die Investitionen lohnen sich, wie das Geschehen auf dem Eis beweist. Glücklich drehen ­seine Tochter und die anderen Kinder ihre Runden zur Weihnachtsmusik.