Hockey : DHC verschenkt 3:0-Führung

Nach der unerwarteten 3:4-Heimpleite gegen Schwarz-Weiß Neuss muss der Hockey-Bundesligist doch noch einmal um den Klassenverbleib zittern. Der Neusser Aufholjagd hatte er nichts entgegenzusetzen.

Wegen des Trainingsrückstands aus der vergangenen Woche war Jens Giese nur wenig Einsatzzeit für den Hockey-Bundesligisten DHC vergönnt. Das war aber sicher nicht der Grund für die unerwartete 3:4 (2:0)-Heimniederlage im vierten Spiel der Abstiegsrunde gegen Nachbar SW Neuss — schon eher, dass die Oberkasseler nicht in der Lage waren, eine 3:0-Führung zu verteidigen.

Der Start war optimal, denn Jan Simon knallte die erste Strafecke an den Pfosten, und der wiedergenesende Goalgetter Alexander Otte verwandelte im Nachschuss zur 1:0-Führung. Der DHC kontrollierte weiter souverän das Spiel, aber erst mit dem Pausenpfiff war Otte erneut am richten Fleck und verwandelte zum 2:0, nachdem der DHC einen Freistoß schnell ausgeführt hatte und die Neusser Abwehr noch nicht richtig stand.

Der Neusser Trainer Andreas Bauch hatte jedoch einen verletzten Spieler gesehen und lautstark bei den Schiedsrichtern eine Unterbrechung gefordert. Der Ton war wohl nicht angemessen und die Konsequenz eine Zeitstrafe, die ein Spieler für ihn abbrummen musste.

Auch nach dem Wechsel bestimmte der DHC zunächst das Spiel und Jan Simon (39.) verwandelte die zweite Strafecke zur scheinbar sicheren 3:0-Führung. Dann kam die Zeit der Gelben Karten. Lukas Blasberg für Neuss und Julius Heimanns vom DHC mussten auf die Strafbank, und das nutzte Neuss durch die zweite Strafecke von Sebastian Draguhn (50.) zum ersten Gegentreffer. Als bei DHC auch noch Oliver Korn auf die Strafbank musste, nutzte Neuss die Überzahl durch Christoph Martial (56.) zum Anschlusstreffer. Mit einem Doppelschlag in der 65. und 66. Minute schaffte Neuss durch Lukas Blasberg die Wende.

"Ich weiß noch gar nicht, was da eben passiert ist", sagte DHC-Betreuer Michael Bergander. "Das erste Tor der Neusser hat ihnen wohl Flügel verliehen, und wir hatten dem Druck dann nichts mehr entgegenzusetzen. So ist der Sieg dann am Ende wohl auch verdient. Wir haben den Sack eben nicht zu gemacht." Schwarz-Weiß-Coach Andy Bauch jubelte: "Der letzte Sargnagel war eigentlich schon eingeschlagen, doch dann hat sich die Mannschaft zusammengerissen und als echtes Team dieses Spiel noch gewonnen. Ich bin immer noch ganz begeistert." Kommentar

(RP)