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Den Basketballerinnen des jungen Vereins Capitol Bascats gelingt der direkte Durchmasch in die 2. Liga.

Basketball : Nicht aufzuhalten

Den Basketballerinnen des jungen Vereins Capitol Bascats gelingt der direkte Durchmasch in die 2. Liga.

Als der Schiedsrichter abpfeift, gibt es kein Halten mehr. Die Basketballerinnen der Capitol Bascats schreien lautstark ihre Freude heraus, tanzen herum und fallen sich in die Arme. Weiße T-Shirts mit dem Aufdruck „Aufstieg 2. Bundesliga 2020“ werden übergestreift und stolz präsentiert. Die Düsseldorferinnen sind am Ziel ihrer Träume: Mit dem 77:58-Erfolg beim Herner TC II haben sie drei Spieltage vor dem Saisonende die Meisterschaft in der Regionalliga und den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt gemacht. Einen Tag später ziehen sie sogar ins Finale des WBV-Pokals ein.

„Wir freuen uns riesig und sind unglaublich stolz auf diesen Erfolg. Es ist das Ergebnis extrem harter Arbeit, auch hinter den Kulissen“, resümiert Sean Lowe und blickt zurück. „Als wir unsere Vision vor gut vier Jahren vorgestellt haben, wurden wir noch nicht ernst genommen“, erinnert er sich. Zusammen mit Roger Nagel wollte er die Sportlandschaft Basketball für den weiblichen Bereich in der Sportstadt Düsseldorf neu ausrichten. „Unser Anspruch ist es, den Basketballsport für Mädchen und Damen auf eine nachhaltige, leistungsorientierte und letztlich professionelle Ebene zu stellen. Wir arbeiten nach einem sorgfältig ausgearbeiteten Konzept, um den Mädchen und Frauen optimale Voraussetzungen für den Erfolg zu ermöglichen“, stellte sich der Verein damals vor. Mittlerweile stellen die Bascats vier leistungsorientierte Teams und 14 Mannschaften im Hobbybereich und haben sich als Topverein im Damen-Basketball in NRW etabliert.

Aushängeschild sind die Ersten Damen, die fünf Jahre nach Vereinsgründung in der zweiten Liga ankommen sollten. Tatsächlich gelang der Durchmarsch nun sogar schon eine Saison früher. Eine große Überraschung sei das nicht, findet Lowe. „Wir mussten sehr viele Hürden überwinden. Aber wir hatten einen Plan, von dem wir sehr überzeugt waren und den wir sehr diszipliniert umgesetzt haben.“ Angefangen in der Bezirksliga, gelangen drei Aufstiege in Folge. Mit einigen Zugängen von außerhalb gehörten die Capitol Bascats auch in der Regionalliga zum Favoritenkreis. Sehr stolz ist Lowe auch auf die jungen Eigengewächse: „Sie haben sich toll entwickelt und erhalten schon viele Spielanteile.“ Das Trainerteam harmoniert übrigens auch sehr gut: Co-Trainer Sean Lowe, der sich selbst als Disziplin-Fanatiker, penibel und sehr streng bezeichnet, und Headcoach Omar Collington. „Er ist menschlich zugänglicher als ich“, sagt Lowe mit einem Augenzwinkern. „Omar hat den größten Anteil am Erfolg. Insgesamt ergänzen wir uns sehr, sehr gut.“

Richtig feiern konnten die Düsseldorferinnen übrigens nicht, da bereits 16 Stunden später das Halbfinale im WBV-Pokal anstand. In eigener Halle besiegten sie den Ligakonkurrenten BBZ Opladen II souverän mit 73:57. Nach dem Halbfinal-Aus im letzten Jahr zogen sie nun erstmals ins Pokalfinale ein. Gegner dort sind die VfL AstroStars Bochum, der ärgste Rivale in dieser Saison. Gespielt wird mit Hin- und Rückspiel, die Termine stehen noch nicht fest.

Seinen Spielerinnen wünscht Lowe Entspannung, für ihn selbst geht die Arbeit dann weiter. „Zunächst sind wir auf der Suche nach Sponsoren. Denn der Sprung in die zweite Bundesliga ist mit höheren Kosten verbunden. Wir werden nicht mehr nur in NRW unterwegs sein, es werden auch Fahrten nach Norddeutschland und sogar Berlin anstehen. Es werden höhere Fahrt- und auch erstmals Übernachtungskosten entstehen. Zudem müssen wir vorab einen bestimmten Betrag an die Liga zahlen, praktisch eine Startgebühr“, so Lowe. „Bisher waren wir immer in der Lage, alles aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Aber jetzt sind wir auf der Suche nach Sponsoren. Es wäre großartig, wenn sich Unternehmen melden würden, die uns und unsere Arbeit finanziell unterstützen möchten.“