Fußball : Cebe und sein neues Glück

Der ehemalige Fortuna-Profi trainiert Talente und spielt selbst in der Bezirksliga.

Irgendwie ließ sich Ahmet Cebe am Ende doch relativ leicht überzeugen. Ein paar Anrufe, ein paar Gespräche – das genügte. „Ich habe einige Dinge abgewogen und überlegt, wie es passen könnte“, erzählt der ehemalige Fortuna-Profi. Das Gesamtpaket stimmte, und deshalb lässt der 36-Jährige seine Karriere seit dem Beginn des Jahres bei den Bezirksliga-Fußballern des SV Lohausen ausklingen. Locker, mit viel Spaß, dem nötigen Eifer – und ab und zu auch einem kühlen Bier. „Das gehört im Amateurbereich dazu“, sagt Cebe und grinst. „Besonders nach einem Sieg.“ Weil die Lohausener als Tabellen-Vierter ziemlich gut drauf sind, „gibt es im Moment viele Kästen.“

Im vergangenen Winter hatte der gebürtige Krefelder seine Profilaufbahn beendet, um dauerhaft bei seiner Familie in Düsseldorf sein zu können. „Körperlich hätte ich noch weitermachen können.“ Doch die Sehnsucht wurde zu groß. Gemeinsam waren der 36-Jährige, seine Frau und seine Kinder ursprünglich vor zweieinhalb Jahren nach Deutschland zurückgekehrt. Zuvor hatte Cebe acht Jahre im türkischen Profigeschäft verbracht. Im Regionalliga-Team der Fortuna war er als Führungsfigur eingeplant, brach die Zelte nach zwei Monaten jedoch wieder ab. „Es hat damals sportlich nicht gepasst, deswegen bin ich wieder in die Türkei gewechselt.“ Seine Familie verblieb am Rhein. „Ich bin dann alle zwei, drei Wochen nach Deutschland geflogen.“

Körperlich und psychisch hat das viel Kraft gekostet. Umso glücklicher ist der Rechtsverteidiger, dass die kurzzeitige Rückkehr zur Fortuna doch einen positiven Effekt mit sich gebracht hat. „Ich habe mit Frank Schaefer, dem Chef des Nachwuchsleistungszentrums, Kontakt gehalten“, berichtet der 36-Jährige. „Er hat mir gesagt, dass er mich nach meinem Karriereende gerne hier sehen würde.“ So ging für Cebe beruflich eine neue Tür auf. Inzwischen ist er Co-Trainer von Fortunas U16 in der B-Junioren-Niederrheinliga.

Doch seine Tätigkeit bei den Flingernern ist umfassender. Mehrmals pro Woche arbeitet der Ex-Profi morgens zwischen acht und zehn Uhr mit Talenten von Fortunas Partnerschulen, die in anderen Jugendmannschaften des Klubs spielen. „Das macht mir unheimlich Spaß“, sagt Cebe. Ohnehin fühlt er sich in seinem neuen Job pudelwohl. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit – „Trainer zu sein, ist etwas ganz anderes, es geht viel mehr ums Detail“, sagt der 36-Jährige – hat er seinen neuen Platz im Leben gefunden.

Parallel zum Tagesgeschäft schafft er sich eine breite, zukunftsfähige Basis. Die B-Lizenz hat Cebe erworben, nun peilt er die DFB-Elite-Jugend-Lizenz an. „Und dann bilde ich mich noch auf Scoutingebene weiter.“ Weil der Terminkalender entsprechend gefüllt ist, ist ein Tag für die Familie reserviert. „Der Samstag“, sagt Cebe. „Da habe ich mal komplett frei.“