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Lokalsport: Brandt wird zum Rollhockey-Helden

Lokalsport : Brandt wird zum Rollhockey-Helden

In einem an Dramatik nicht mehr zu übertreffenden Spiel hat der TuS Nord im ersten Halbfinale um die deutsche Rollhockey-Meisterschaft die IGR Remscheid mit 7:6 nach Penaltyschießen bezwungen. Um den Finaleinzug sicher zu haben, sind zwei Siege notwendig. Die Semifinal-Serie wird nächsten Samstag in der Hackenberg-Halle in Remscheid fortgesetzt.

Beide Teams hatten die Partie abwartend begonnen, um nicht in die torgefährlichen Konter des Gegners zu laufen. Trotzdem fielen bis zum Pausenpfiff bereits Treffer. Die 1:0-Führung der Bergischen hatten Tobias Paczia (9.) und Diogo Carrilho (16.) nach 25 Minuten in einen 2:1-Vorsprung des TuS umgewandelt. Zehn Minuten nach Wiederanpfiff lag der Erste der Vorrunde Remscheid wieder vorne (23). Der zweite Treffen des Portugiesen Carrilho nach 43 Minuten zum 3:3-Ausgleich sollte dann zugleich der Startschuss für eine furiose Endphase in der regulären Spielzeit werden. Keine Minute später jubelten wieder die Gäste, als ihnen das 4:3 gelungen war (44.).

Für den TuS kein Grund zu resignieren. Der "fliegende Holländer" Davy van Willigen war am schnellsten am Ball und glich zum 4:4 aus (45.). Die Remscheider bewiesen ihre Klasse und brachten die TuS-Fans durch zwei rasch folgende Tore fast zur Ruhe. 6:4 führten die Blau-Weissen so 90 Sekunden vor dem Schlusspfiff und wurden von ihren Anhängern bereits als Gewinner gefeiert. Doch da hatten diese wohl die Kampfkraft der Unterrather unterschätzt. "Wir haben einfach noch daran geglaubt, dass wir das Spiel gewinnen", meinte Trainer van Dooren hinterher. Tarek Abdalla ließ als Erster Taten folgen und verwandelte eiskalt den indirekten Strafschlag, der wegen des 10. Teamfouls der IGR verhängt worden war, zum 5:6. Tus-Trainer Robbie van Dooren riskierte in dieser denkwürdigen Partie alles und nahm 55 Sekunden vor Schluss Torhüter Jan Kutscha vom Feld. Sechs Sekunden standen noch auf der Spieluhr, als sich das bezahlt machte. Carrilho riskierte einen letzten Fernschuss und irgendein Düsseldorfer in der Spielertraube vor dem Tor fälschte den Ball ab. Es stand 6:6 und zum dritten Mal in sieben Tagen hieß es für die Unterrather Verlängerung. Die brachte keine Treffer, so dass wieder ein Penaltyschiessen die Entscheidung bringen musste. Der TuS überraschte die Remscheider, indem er für den starken Jan Kutscha Junioren-Nationalschlussmann Luca Brandt einwechselte. Der junge Akteur sollte tatsächlich zum Matchwinner avancieren. Er hielt alle fünf Schüsse vom Punkt. Der TuS traf nur einmal, doch das reichte zum 7:6 Sieg. Andre Beckmann setzte den Ball genau in den rechten Winkel.

TuS Nord: J. Kutscha, Lu. Brandt - Abdalla 1, Beckmann , Carrilho 2, Fichtner, A. Paczia, T. Paczia 1, Pink 1, van Willigen 1.

(RP)