Boxer Timo Rost aus Düsseldorf wird internationaler WBF-Champion

Champion der World Boxing Federation : Düsseldorfer Boxer Timo Rost gewinnt internationalen Titel

Das Supermittelgewicht Timo Rost aus Düsseldorf ist neuer internationaler Champion der World Boxing Federation. Der Gerresheimer gewann in Wuppertal durch K.O. in der fünften Runde.

Fünfte Runde. Nach zwei Minuten und fünf Sekunden reißt Timo Rost beide Arme in die Höhe und streckt die roten Handschuhe ins gleißende Scheinwerferlicht über dem Ring der Universitäts-Sporthalle in Wuppertal. Sein Gegner Sadettin Keser versucht da noch, wieder auf die Beine zu kommen, nachdem er durch schwere Treffer des Düsseldorfers zu Boden gegangen ist. Die Betreuer des Koblenzers in dessen Ringecke erkennen aber die Wehrlosigkeit ihres Schützlings, reagieren besonnen, werfen das weiße Handtuch zum Zeichen der Aufgabe und bewahren Keser so vor möglichen gesundheitlichen Schäden.

Nur Sekunden nach dem Jubel über den Gewinn des WBF-Titels im Super-Mittelgewicht lag Rost bereits seinem Trainer Rüdiger May in den Armen und schrie seine Freude in die mit mehr als 1000 Boxfans gefüllte Halle hinaus. Die rund 500 aus der Landeshauptstadt angereisten Anhänger waren nun endgültig aus dem Häuschen. Sie standen auf den Stühlen, riefen ihr Anfeuerungs-Stakkato immer wieder – „Timo, Timo“. Ihr Idol könnte sich nur schwer verständlich machen: „Ich bedanke mich bei allen, die diesen Kampf möglich gemacht haben“, sagte er und fügte ehrlich, wie er nun einmal ist, hinzu: „Es war ein harter Kampf gegen einen guten Gegner. Ich habe in Runde fünf selbst ganz schön gepumpt, aber dann hat mir eure Anfeuerung wieder Kraft gegeben.“

In den Runden zuvor hatte sich ein ziemlich ausgeglichener Kampf entwickelt, in dem beide Kontrahenten versuchten, Vorteile zu bekommen, indem sie ihrem Gegenüber ihren Kampfstil aufzwingen. Der sah bei Rost so aus, dass er die durch seine Karriere als Amateurboxer geschulten technischen Qualitäten einsetzte. Dieser Stil, den auch sein Trainer May – früher selbst ein erstklassiger Profiboxer – immer wieder aus seiner Ecke heraus forderte, bestand vorwiegend aus kurzen, linken Jabs, denen er mit der rechten Schlaghand Kopf- oder Körperhaken folgen ließ.

„Nachdem Timo gut in den Kampf gefunden hat, hat er zu früh die Entscheidung gesucht“, monierte Coach May hinterher, räumte aber auch ein, dass Rost dann wieder zu seiner stärksten Kampfart zurückgefunden habe. „Das wurde mir dann aber in Runde vier zu ruhig. Da habe ich ihm noch einmal richtig Zunder gegeben, und das hat ja auch geholfen“, erklärte May und skizzierte so den Kampfverlauf. Genau diese Qualitäten Rosts setzten dann auch den Schlusspunkt im Titelkampf. Rost, der am Tage zuvor das Gewichtslimit seiner Boxklasse mit 76,2 Kilogramm exakt erfüllen konnte, stellte seinen etwas größer gewachsenen Widersacher, der sich durch die vielen Treffer bereits sichtlich angeschlagen zeigte, vor immense Probleme.

Mit einem schweren rechten Haken traf er Kesers Kopf und schickte ihn mit einer rechten Geraden zu Boden. Damit waren für den besten Profiboxer Düsseldorfs die Anstrengungen des Abends jedoch noch längst nicht vorbei. Zahlreiche Gratulationen und Fotowünsche folgten. Rost blieb aber geduldig. „Es dauert sowieso noch bis in den frühen Morgen, bis ich abschalten kann. Da kann ich auch mit meinen Fans so lange feiern“, sagte der Publikumsliebling.

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