Tischtennis : Borussias Rollis sind Meister

Zum fünften Mal in Folge holt die Tischtennis-Rollstuhl-Mannschaft den Titel.

Um die Herren-Mannschaft der Borussia als erfolgreichstes Team des Tischtennis-Aushängevereins abzulösen, muss die Rollstuhl-Mannschaft noch so einige deutsche Meisterschaften erspielen. Die Herren schafften es seit der Saison 1960/61 bereits 30 Mal, den Meistertitel an den Rhein zu holen. Die „Rollis“ hingegen kommen gerade mal auf fünf nationale Mannschaftstitel, den letzten gewannen Sandra Mikolaschek, Tom Schmidtberger und Valentin Baus nach dem dritten und vorletzten Spieltag vorzeitig. Aber dafür brauchten die Borussen gerade mal acht Jahre, denn erst 2012 schickten die Borussen eine Rollstuhl-Tischtennismannschaft in den Liga-Betrieb. Zwei Aufstiege bis in die erste Liga folgten. Nach Platz drei in der Premieren-Saison gelang der Mannschaft 2016 der große Wurf mit dem überraschenden Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Seitdem heißt der deutsche Rollstuhl-Tischtennismeister nur noch Borussia.

Wie läuft die Saison 2019/20? Perfekt. Bisher absolvierte das Borussia-Trio neun Partien. Alle wurden gewonnen und dabei mussten in 45 Matches lediglich drei Niederlagen quittiert werden. Zum Auftakt der Rückrunde wurden der RSC Frankfurt und die BSG Duisburg mit 5:0 bezwungen. Im Spitzenspiel gegen den SV Salamander Kornwestheim, der zur Saisonmitte hinter der Borussia Platz zwei der Tabelle belegt hatte und einziger verbliebener Kontrahent um den Titel war, gelang ein 4:1 Erfolg.

„Dass es so deutlich wurde, lag aber auch daran, dass Kornwestheim den Iren Colin Judge nicht einsetzen konnten. Er hat ein internationales Turnier gespielt, um sich für die Paralympics 2020 in Tokyo zu qualifizieren“, erläutert Baus. Weil Kornwestheim überraschenderweise auch noch gegen den RSV Bayreuth verlor, wurden die Düsseldorfer bereits drei Spiele vor Ende der Liga erneut Meister.

Wie reagierten die Borussen auf die Meisterschaft? „Das fünfte Mal hintereinander mit dem Team Deutscher Meister zu werden, und das auch noch einen Spieltag vor Ende der Saison, ist einfach nur großartig“, jubelte Spitzenspieler Schmidberger. „Neben unserem Teamgeist war der Schlüssel zum Erfolg, dass wir uns gezielt auf die Bundesligaspieltage vorbereitet und diese in unsere Jahresplanung Richtung Paralympics in Tokyo integriert haben.“

Valentin Baus verschlief die Nachricht über den Triumph. „Ich hatte die Nacht vor dem Spieltag schlecht geschlafen und war nach den Spielen gegen Frankfurt, Duisburg und Kornwestheim ziemlich müde. Deshalb habe ich auf der Rückfahrt ein Nickerchen gemacht. Da lief die Partie Salamander gegen Bayreuth noch“, verrät Baus.

Wie geht es für die Borussen weiter? Mikolaschek, Schmidberger und Baus wollen auch die drei letzten Spiele der Rollstuhl-Tischtennisbundesliga am 7. März gegen RSV Bayreuth I und II sowie RSG Koblenz gewinnen und eine eine perfekte Saison spielen. „Wir sind zwar schon Meister, aber wenn ich Tischtennis spiele will ich immer gewinnen“, gesteht Baus. „Ich mache den Sport ja nicht, um rumzualbern.“

Als Individualsportler liegt für das Meistertrio der Fokus auf der Vorbereitung für die Paralympics 2020 (25. August bis 6. September) in Tokyo. Schmidberger und Baus sind als amtierende Europameister in ihren Handicapklassen bereits qualifiziert. Mikolaschek muss noch nachziehen. „Sie muss die Weltrangliste Ende März abwarten, dann hat sie es auch geschafft. Sie ist aktuell Weltranglistenvierte, das dürfte ihre Qualifikation nur noch Formsache sein“, so Baus.