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Borussia verliert in der Verlängerung

Tischtennis : Borussia verliert in der Verlängerung

Im Spiel gegen Fulda-Maberzell gibt der Tischtennis-Bundesligist eine 2:0-Führung noch aus der Hand.

VON TINO HERMANNS

Qing Yu Meng war bedient. Das war seinem Gesicht deutlich anzusehen. Nach zwei Einzeln der Tischtennis-Bundesliga-Partie Borussia gegen den TTC Fulda Rhönsprudel Maberzell hatte der Gästetrainer noch keinen einzigen Satzgewinn seines Teams im Arag Center Court erleben dürfen. Doch nach dem dritten Match hellte sich Mengs Mine etwas auf. Tomislav Pucar hatte für Fulda den ersten Sieg geholt und auf 1:2 verkürzt. Und Mengs Gesicht versprühte immer mehr Optimismus, denn Ruwen Filus bezwang im Match der Spitzenspieler Düsseldorfs Kristian Karlsson.

Da verdüsterte sich das Antlitz des Borussia-Cheftrainers Danny Heister immer mehr. Das fünfte Spiel, das seit dieser Saison als Doppel ausgetragen wird, musste die Entscheidung bringen. Mit 2:3 verloren die Düsseldorfer und verloren damit den direkten Kontakt zum Tabellenführer 1. FC Saarbrücken. „Das ist bitter und hat Nerven gekostet“, meint Heister. „Am Ende war es 50:50. Auch wir hätten gewinnen können, haben es aber nicht gemacht.“

Die Borussen hatten im Hinspiel in Fulda, beim ebenfalls äußerst knappen 3:2-Erfolg, festgestellt, wie gefährlich die Osthessen sind. Deshalb hätte Borussia-Cheftrainer Danny Heister im Rückspiel gerne Timo Boll eingesetzt. Doch der war in China bei den Grand Finals der World Tour beschäftigt. Also stand Heister mit Karlsson, Anton Källberg, Ricardo Walther und Omar Assar dieselbe Mannschaft wie im Hinspiel zur Verfügung. Nur diesmal verzichtete der Trainer auf Assar und bot Karlsson an Position eins auf.

Und der 28 Jahre alte Schwede rechtfertigte das in ihn gesetzte Vertrauen zunächst. Zugegeben, Karlsson hat schon bessere Gegner als den Maberzeller Fan Bo Meng bezwungen, aber die Souveränität und Sicherheit, die der Borusse am Tisch ausstrahlte, beeindruckte. Auch Meng, immerhin Trainer auf der Gegnerseite. Källberg nahm sich an Karlssons klarem Erfolg ein Beispiel und schickte den in der Weltrangliste deutlich höher platzierten Abwehrspezialisten Ruwen Filus mit einer deutlichen Packung wieder vom Tisch. Da war Fulda-Coach Qing Yu Meng bedient, mit der Leistung seiner Spieler konnte er nicht zufrieden sein.

Als sich Walther gegen Tomislav Pucar anschickte, den Tischtennisnachmittag am Staufenplatz frühzeitig zu beenden, umwölkte sich das Antlitz des Gästetrainers zusehends. Walther hatte den ersten Satz deutlich gewonnen, musste aber immer mehr konstatieren, dass die Expertenmeinungen über Pucar, einer der talentiertesten europäischen Tischtennisspieler zu sein, stimmen.

So war es an Karlsson, mit einem Erfolg über Filus die Partie zu beenden. Doch Düsseldorfs „alter Schwede“, Karlsson ist sechs Jahre älter als sein Landsmann Källberg, kam überhaupt nicht mit den Schnittvarianten des Defensivkünstlers zurecht und unterlag. „Anton hat großartig gespielt und wir rechneten mit einem Erfolg von Kristian“, erklärt Heister. „Diesmal ist Krille aber nicht ins Rollen gekommen.“

Das Doppel musste die Entscheidung bringen. Karlsson und Walther, die in dieser Saison noch nie zusammengespielt haben, trieben es auf die Spitze. Sie hechelten gegen Meng/Pucar einem 1:2 Satzrückstand hinterher, glichen dann aber zum 2:2 aus und verloren letztlich in der Verlängerung das Match und damit auch die gesamte Bundesliga-Partie.