Tischtennis-Bundesliga : Borussia verliert das Spitzenspiel

Beim 2:3 gegen den TTC Ochsenhausen vergibt das Düsseldorfer Schlussdoppel Karlsson/Källberg bei 2:0-Satzführung zwei Matchbälle.

Die Köpfe gingen nach unten. Die Enttäuschung der Borussen war förmlich mit Händen zu greifen. Der Sieg im Spitzenspiel der Tischtennis Bundesliga (TTBL) gegen die Tischtennisfreunde (TTF) Liebherr Ochsenhausen war eigentlich schon verbucht. 2:2 stand es, als im Abschluss-Doppel Kristian Karlsson und Anton Källberg eine 2:0-Satzführung locker heraus gespielt hatten und im dritten Satz 10:8 führten. Zwei Matchbälle sollten in einer bis dahin von dem Schweden-Duo im Borussia-Dress dominierten Doppel doch reichen. Aber es kam anders. Karlsson/Källberg gaben vier Punkte in Folge ab und anschließend auch das Match. Die TTF hatte gewonnen. „Natürlich bin ich enttäuscht“, erklärte Borussia-Trainer Danny Heister. „Aber wir haben trotzdem großartig gekämpft. Genau wie Ochsenhausen, die sich nie aufgegeben haben. Ich weine unserer Chance nicht nach, sondern schaue nach vorn.“

Mit 4500 Zuschauern setzte die Borussia im Münchner Audi-Dome eine neue Publikums-Saisonbestmarke. Keiner dürfte sein Kommen bereut haben, denn was Timo Boll (Weltrangliste 5), Kristian Karlsson (WR 30), Omar Assar (WR 44) und Källberg (WR 123) sowie die TTF-Akteure Hugo Calderano (WR 6), Gauzy (WR 31) und Fegerl (WR 64) zeigten, machte dem Slogan „Weltklasse-Tischtennis in München“ alle Ehre.Besonders die Begegnung der beiden Top-Ten-Spieler Boll und Calderano verzauberte. Unbegreiflich welche Bälle die beiden mit unglaublicher Präzision und Geschwindigkeit noch auf die andere Seite der Platte beförderten. Bolls unglückliche 2:3-Niederlage brachte Ochsenhausen den zwischenzeitlichen 2:2 Ausgleich. Unglücklich, weil Boll im Verlaufe der fünf Sätze 47 Punkte erspielte, Calderano hingegen nur 44 und dennoch gewann.

Zuvor hatte Karlsson in seinem Match gegen den Ex-Borussen Fegerl das Comeback des Spieltags geschafft. In einem hochklassigen Spiel konnte der Düsseldorfer seinen aggressiven, angriffslustigen Spielstil zwei Sätze lang nicht durchsetzen. Fegerls Defensivkünste und pfeilschnellen Konter waren zu gut. Karlsson legte noch einen Gang zu, bekam mehr Zugriff aufs Spiel, ließ sich nicht mehr vom Tisch wegdrängen und drehte die Partie.

Dass Boll Gauzy bezwang und Assar gegen Calderano verloren hatte, waren da eher Randereignisse vor dem Showdown im Doppel. Und da ließen Karlsson/Källberg zunächst keinen Zweifel darüber aufkommen wer die Herren im Hause sind. Zwei Sätze lang funktionierte die Aufteilung – Källberg bereitet vor, Karlsson schließt ab – wunderbar. Doch bei den beiden Matchbällen fehlte etwas die Konzentration, die letzte Entschlossenheit. Und als im vierten Satz Källbergs Schläger brach und er mit einem Ersatzspielgerät weiter machen musste, war der Bruch im Spiel des Borussen-Doppels zementiert.

„Ochsenhausen hat verdient gewonnen“, meinte Boll. „Ich selbst hatte meine Chance gegen Calderano, im Doppel haben wir Möglichkeiten liegen gelassen. Darum hat es insgesamt nicht gereicht.“