Lokalsport: Borussia im Schnelldurchgang

Lokalsport : Borussia im Schnelldurchgang

Im Topspiel der Tischtennis-Bundesliga ist Ochsenhausen beim 0:3 chancenlos.

Die bundesdeutschen Tischtennis-Fans und -Experten hatten eine Partie auf Augenhöhe erwartet. Immerhin bieten die TTF Ochsenhausen in Simon Gauzy (Weltrangliste/WR 14), Hugo Calderano (WR 27), Yuto Muramatsu (WR 30) und Joao Geraldo (WR 79) Profis auf, die sich im gehobenem Leistungsbereich des internationalen Tischtennis bewegen. Der Papierform nach ist das Team, das der deutsche Rekordmeister Borussia zum Bundesligaspiel nach Ochsenhausen auf dem gleichen Niveau - doch davon war beim glatten 3:0-Sieg der Düsseldorfer wenig zu sehen.

Borussias Coach Danny Heister bot Stefan Fegerl (WR 24), Kristian Karlsson (WR 25) und Anton Källberg (WR 95) auf. Spannend bis dramatisch hätte es also werden sollen, besonders, weil Ochsenhausen in der vergangenen Saison noch als Angstgegner der Düsseldorfer galt. Doch es wurde eine absolute Machtdemonstration des Titelverteidigers beim selbsternannten Herausforderer. Mit 9:1 Sätzen fegte das Borussia-Trio die Gastgeber aus der Halle und stürmte am zweiten Spieltag an die Tabellenspitze. "Das war eine unglaublich gute Leistung", jubelte Manager Andreas Preuß. "Es ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber ich habe eine echt starke Mannschaft gesehen."

In beeindruckender Manier hatte das Schweden-Duo Källberg und Karlsson zum Auftakt Hugo Calderano beziehungsweise den sonst gefährlichen Franzosen Simon Gauzy jeweils 3:0 bezwungen. Den Schlusspunkt setzte der Österreicher Stefan Fegerl gegen Joao Geraldo, gegen den er die vergangenen beiden Aufeinandertreffen verloren hatte. Gestern lief es nur im ersten Satz nicht nach der Vorstellung des 28-Jährigen, der seine Aufgabe danach aber souverän löste und seiner Mannschaft den zweiten Saisonsieg bescherte.

"Manchmal passiert so etwas. Ich habe das Spiel wirklich genossen. Wir waren top-motiviert, Ochsenhausen hingegen etwas down. Es ist noch früh in der Saison, aber so ein Sieg gegen einen der großen Meisterschaftskonkurrenten gibt natürlich etwas Ruhe. Mir hat besonders gefallen, dass die Dinge, die wir im Training üben, im Spiel umgesetzt wurden", erklärte Cheftrainer Danny Heister und setzte sofort die Euphoriebremse an. "Trotzdem müssen wir jetzt auf dem Boden bleiben. Es wird auch Phasen geben, in denen es nicht so gut läuft."

Erfolgserlebnisse wie in Ochsenhausen sind zwar auch für den 45Jährigen Coach aus den Niederlanden wichtig, doch sein Hauptaugenmerk liegt viel mehr auf der langfristigen positiven Leistungsentwicklung seiner Schützlinge. Dass Heister da gute Arbeit leistet, wurde nach dem Ochsenhausen-Spiel vom Manager bestätigt. "Unsere Jungs haben sich über den Sommer noch einmal enorm gesteigert", analysierte Preuß. Nur gut, dass die deutsche Tischtennis-Nationalmannschaft bei der anstehenden Team-Europameisterschaft (13. bis 17. September) nicht schon in der Gruppenphase auf Schweden oder Österreich trifft.

(RP)