1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Lokalsport

Lokalsport: Borussia hat das Triple vor Augen

Lokalsport : Borussia hat das Triple vor Augen

Nach dem Pokalsieg und dem Erfolg in der Champions League tritt das Düsseldorfer Tischtennis-Team heute im Finale um die deutsche Meisterschaft in Frankfurt gegen Ochsenhausen an. "Ein 50:50-Spiel", sagt Timo Boll.

Gut möglich, dass es in dieser Tischtennis-Saison einfacher war Champions League-Sieger zu werden als die deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Das jedenfalls vermutet Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf vor dem Finale der Tischtennis Bundesliga (TTBL) zwischen dem Titelverteidiger und neuem Champions League-Sieger Borussia und den TTF Liebherr Ochsenhausen (heute, Fraport Arena in Frankfurt). "Das wird ein ganz, ganz enges Spiel und ein riesiger Fight. Ich erwarte ein Duell auf Augenhöhe mit tollen Spielern. Ochsenhausens Hugo Calderano und Simon Gauzy sind zwei aufstrebenden Spielern, die Timo Boll schlagen können. Das macht das Finale für Düsseldorf so schwierig", erläutert Roßkopf. "Wenn Timo geschlagen wird, ist die Chance für Ochsenhausen groß, das Spiel am Ende auch zu gewinnen."

Genau das wollen die Borussen verhindern und die Saison von einer unvergesslichen zu einer legendären machen. Bisher haben Boll (Weltranglistenplatz 3), Kristian Karlsson (18), Stefan Fegerl (48) und Anton Källberg (83) schon den Pokal und die Champions League gewonnen, jetzt wollen sie das dritte Triple der Vereinsgeschichte perfekt machen. Wie schwer das wird, beweist das Champions-League-Halbfinale zwischen den beiden Teams. Nach zwei ganz engen Partien mit jeweils einem 3:2Erfolg und einem Satzverhältnis von 22:22 setzte sich die Borussia nur dank eines um 23 Punkte besseren Ballverhältnisses durch. TTF-Präsident Kristijan Pejinovic gibt sich selbstbewusst: "Wir haben gezeigt, dass wir es mit Düsseldorf aufnehmen können und das auch gerne tun."

Insgesamt stehen sich die Teams in dieser Saison zum fünften Mal gegenüber. Bisher steht es 3:1 für die Düsseldorfer. "Am Ende wird die Tagesform entscheiden", sagt Borussia-Manager Andreas Preuß.

TTF-Trainer Dubravko Skoric kann sogar eine Option mehr ziehen als Borussia-Chefcoach Danny Heister. Skoric stehen mit Gauzy (12), Calderano (11), Yuto Muramatsu (101), Jakub Dyjas (82) und Joao Geraldo (85) fünf Spieler zur Verfügung. Dreimal in den vier bisherigen Begegnungen schickte Skoric Gauzy, Calderano und Dyjas an die Platte. Heister mischte ordentlich durch. Viermal trat Karlsson, dreimal Boll, dreimal Fegerl und zweimal Källberg gegen Ochsenhausen an. "Unsere Spiele gegen Ochsenhausen waren zuletzt alle knapp, es ist ein 50:50-Spiel", vermutet Boll. "Wir müssen uns jetzt nach der Reise und dem Erfolg in der Champions League in Orenburg noch einmal motivieren und den Spaß am Tisch erhalten. Auf der anderen Seite haben wir nach zwei gewonnenen Titeln überhaupt keinen Druck."

Für Fegerl ist es ein ganz besonderes Spiel. Es ist seine letzte Partie im Borussia-Trikot. Der Österreicher wechselt zur kommenden Saison nach Ochsenhausen. "Es ist eine Mischung aus Wehmut und Vorfreude, wenn ich an die Zukunft denke", sagt Fegerl, der für seinen künftigen Arbeitgeber schon einmal der Spielverderber war. Im Champions League-Halbfinale besiegelte der Wiener mit seinem Erfolg über Gauzy das Aus der Ochsenhausener.

(RP)