Tischtennis : Borussia greift nach nächstem Titel

Am Samstag greift die Borussia nach dem zweiten Titel der Saison. Beim Final Four, der Endrunde um den Deutschen Tischtennis-Pokal, trifft der Rekordmeister im Halbfinale auf den ASV Grünwettersbach (11 Uhr), noch am gleichen Tag findet das Finale statt (15.30 Uhr).

Die Borussen wollen mehr. Nach dem Champions League-Triumph kurz vor Weihnachten wollen sie jetzt den zweiten Titel der Tischtennis-Saison erspielen. Die Möglichkeit dazu besteht am Samstag in Neu-Ulm beim Final Four des nationalen Pokals. „Es ist doch klar, dass der Champions League-Sieg uns allen gutgetan hat. Wir wussten ja kaum noch, wie sich so ein Pokal anfühlt, haben jetzt aber wieder Blut geleckt“, sagt Borussias Spitzenspieler Timo Boll. „Es war vor allem für die vielen Menschen hinter und um das Team wichtig, die eine aufopferungsvolle Arbeit leisten, damit wir guten Sport bieten können.“ 26 Mal ging der nationale Pokal bereits an den Düsseldorfer Staufenplatz. Doch der letzte Erfolg in diesem Wettbewerb liegt bereits drei Jahre zurück. Darum meint Manager Andreas Preuß auch, dass „wir jetzt eigentlich mal wieder dran sind“. Allerdings sind Ricardo Walther, Kristian Karlsson und Boll nicht ganz beschwerdefrei. „In den vergangenen Tagen machte Timo das Knie Probleme, aber im Training macht er einen guten Eindruck“, berichtet Borussia-Cheftrainer Danny Heister. „Kristian hatte ein paar Probleme mit der Wade. Wir haben noch keinen endgültigen Befund, gehen aber davon aus, dass es keine schlimmere Verletzung ist. Ricardo hat weiterhin Probleme mit der Schulter. Aber auch er kann am Samstag spielen.“ Weiterhin in blendender Form ist laut Heister Anton Källberg. Wen er letztlich im Halbfinal-Match aufstellen wird, entscheidet sich erst nach dem Abschlusstraining in Neu-Ulm.

Schon im Halbfinale (11 Uhr) bekommen es die Rekordpokalsieger mit einem schweren Gegner zu tun. Der ASV Grünwettersbach ist Titelverteidiger und hat sich nach schwächerem Saisonstart in der Bundesliga deutlich gesteigert. Im zweiten Vorschlussrundenspiel treffen der TTF Liebherr Ochsenhausen auf den TTC Schwalbe Bergneustadt. Die Schwalben, heißer Meisterschafts-Playoff-Kandidat und aktuell Ligavierte, wurden vom ASV vergangenes Wochenende mit 3:2 besiegt, auch dank eines starken Abschlussdoppels. In dieses musste Düsseldorf in dieser Spielzeit noch nicht, zu klar waren die bisherigen Ergebnisse. Gleichzeitig könnte das nun aber zum Problem werden. „Wir hatten in dieser Saison noch keine Möglichkeit, unsere Doppel unter Wettkampfbedingungen zu testen“, bedauert Heister. „Aber wir wissen natürlich, wer mit wem zusammen spielen kann und werden auch auf ein mögliches Doppel sehr gut vorbereitet sein.“

Besondere Brisanz erhält die Partie durch den bevorstehenden Platz-Tausch von Ricardo Walther, der nach Grünwettersbach wechselt, und Dang Qiu, der nach der Saison vom ASV zur Borussia kommt. „Der Wechsel im Sommer wird beim Final Four überhaupt kein Thema sein“, sagt Qiu und verspricht: „Ich werde alles für Grünwettersbach geben und meine bestmögliche Leistung abrufen, damit wir hoffentlich erneut überraschen können.“

So gilt der 100-prozentige Fokus der Borussen dem Halbfinale. „Das Endspiel ist noch ganz weit weg. Wir müssen gegen Grünwettersbach eine Top-Leistung zeigen. Wir legen den Fokus auf uns und nicht so sehr auf den Gegner“, so Heister. Zu einer Prognose lässt dich Heister dann auch nicht hinreißen. „Alle vier Teams haben das Zeug, um den Titel zu holen“, meint der Headcoach. „Aber wenn die Borussia dabei ist, gilt sie immer als Favorit. Wir lehnen diese Rolle nicht ab. Wir fühlen uns jedoch nicht als der Topfavorit.“

Alle Final Four-Partien werden im Internet von Sportdeutschland.tv live gestreamt. Die Halbfinals ab 11 Uhr, das Endspiel ab 15.30 Uhr.