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Tischtennis: Borussia gewinnt Königsklasse

Tischtennis : Borussia gewinnt Königsklasse

Seiya Kishikawa holte bei der 1:3-Niederlage im Finalrückspiel der Tischtennis-Champions-League gegen Charleroi den entscheidenden Punkt. Dies genügte, weil die Düsseldorfer das Hinspiel mit 3:0 gewonnen hatten.

Verhalten, wie es eben für Asiaten typisch ist, feierte Seiya Kishikawa seinen Erfolg über Jean Michel Saive. Einzig ein Lächeln huschte über "Kishis" Gesicht und zum Zeichen des Triumphs hatte er eine Faust gen Himmel erhoben. Dabei hätte der nur 1,66 Meter große Japaner Grund zu ausgelassenem Jubel gehabt. Im Finale der Tischtennis Champions League 2009/10 gegen den Rekordtitelträger Royal Villette Charleroi hatte "Kishi" die Titelverteidigung seiner Borussia perfekt gemacht. Sein Erfolg über die ehemalige Nummer eins der Weltrangliste brachten den Düsseldorfern den einen Matchgewinn, den sie nach dem 3:0-Hinspielsieg noch brauchten, um erneut den europäischen Thron zu besteigen. Damit war der "Kleinste" im Borussia Dress der "Größte".

Zwar verloren die Borussen das Rückspiel im Arag Center Court mit 1:3, doch nach dem 1:1-Zwischenstand hatten die Niederlagen von Timo Boll gegen den Ex-Borussen und Dimitrij Ovtcharov und von Christian Süß gegen Saive nur noch statistischen Wert. Der Japaner, der die Borussia zum Saisonende in Richtung Ochsenhausen verlässt, sorgte sowohl für steigenden Blutdruck und erhöhte Herzinfarktgefahr bei den Borussen als auch für Glücksgefühle. Im ersten Satz führte der 23-Jährige bereits mit 10:1 gegen Saive, benötigte aber dann sechs Satzbälle, um den ersten Durchgang zu gewinnen. Kishikawa gewann auch den zweiten Satz, gab aber den dritten Satz ab, woraufhin die Gesichter auf der Borussen-Bank sehr angespannt wirkten. Die endgültige Erleichterung folgte aber auf dem Fuße.

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"Es hat die ganze Zeit geknistert. Jean Michel ist ein Mann für den vierten und fünften Satz. Er braucht eine aufgeladene Atmosphäre, 70 Grad in der Halle und er ist ein Psychokrieger", erläuterte Borussen-Manager Andreas Preuß mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Nach Kishikawas Triumph war der Weltranglistenzweite Timo Boll der erste Borusse, der dem Japaner um den Hals fiel. "Ich hatte schon stark gehofft, dass entweder Christian oder eben Kishi den Sieg perfekt machten. Nach der Team-WM habe ich meinen Körper schon gespürt und war froh, dass ich mich etwas schonen konnte", sagte Boll. Zum Auftakt der Partie hatte Süß in einem packenden Duell gegen Charlerois Wang Jian Jun verloren und die Hoffnungen auf eine "belgische Sensation" genährt. Die knapp 50 mitgereisten Royal-Fans unter den 1400 Zuschauern jedenfalls bejubelten jeden Punkt ihres Teams.

Die Freude nach dem zweiten Champions-League-Triumph in Serie fiel bei den Borussen allerdings "typisch asiatisch" verhalten aus. Denn noch ist die Saison nicht beendet. Am Mittwoch steht das zweite Finale um die Deutsche Meisterschaft gegen Ochsenhausen an. Gewinnt die Borussia auch dort, kennt der Jubel im Tischtenniszentrum wohl keine Grenzen.

(RP)