Borussia Düsseldorf vor dem nächsten Topspiel

Deutscher Tischtennis-Pokal : Borussia vor dem nächsten Topspiel

Nach dem 3:1-Coup in der Champions League in Hennebont wollen die Tischtennis-Profis jetzt ins Halbfinale des deutschen Pokals einziehen.

Die Borussia hat allmählich Betriebstemperatur erreicht. Nachdem der Motor zu Saisonbeginn verletzungsbedingt ordentlich gestottert hatte, fand der 30-malige Tischtennis-Meister zur Souveränität zurück. Jedenfalls hinsichtlich der Ergebnisse. Nach der 0:3-Niederlage in der Bundesliga beim 1. FC Saarbrücken feierten die Borussen in Liga, Pokal und Champions League nur noch Siege. So auch am Donnerstagabend beim 3:1 gegen den GC Hennebont im zweiten Champions-League-Gruppenspiel.

Dieser Lauf soll am Sonntag (15 Uhr) im Arag-Center-Court fortgesetzt werden. Im Pokal-Viertelfinale erwarten die Düsseldorfer den TTC Fulda-Maberzell. Wollen die Borussen ihre Saisonziele erreichen, müssen sie die Erfolgsserie sogar ausbauen. „Wir haben im vergangenen Jahr in keinem Wettbewerb ein Endspiel erreicht, da backt man erst mal kleinere Brötchen. Wir sind froh, dass wir im Viertelfinale stehen“, sagt Borussia-Manager Andreas Preuß. „Für mich sind wir gegen Fulda zwar der Favorit, aber dafür können wir uns auch nichts kaufen.“

Zwar ist der Weg ins Final Four und zum Pokalsieg mit zwei, respektive vier Erfolgen ein vergleichsweise kurzer, aber deswegen noch lange kein ebener. Vielmehr ist er steil und steinig. Das bekam der Rekordmeister in dieser Saison beim mühsamen 3:2-Achtelfinalsieg in Bremen genauso zu spüren wie Fulda beim 3:2 über den damaligen Bundesliga-Tabellenführer TSV Bad Königshofen. Und auch die Aufgabe am Sonntag wird für die Borussia nicht einfacher.

Die Verantwortlichen wissen, was nach dem 3:2-Sieg gegen Fulda in der Liga auf sie zukommt. „Nach dem engen Bundesliga-Duell wissen wir, wie gefährlich Fulda sein kann“, warnt Preuß. „Vor allem Spitzenspieler Tomislav Pucar ist immer für zwei Punkte gut, die er in der Liga gegen uns dann auch gemacht hat. Auch Ruwen Filus, der jederzeit punkten kann, haben wir auf dem Zettel.“ Neben Pucar (Weltranglisten-Platz 32) und Filus (WR 43) steht Spielertrainer Qing Yu Meng noch sein Sohn Fan Bo Meng (WR 580) zur Verfügung.

Was den Optimismus im Lager der Borussia anheizt, ist die Tatsache, dass der Liga-Sieg in Fulda ohne die beiden Top-Akteuere Timo Boll (WR 7) und Kristian Karlsson (WR 24) zustande kam. Die beiden stehen Cheftrainer Danny Heister aber für das Pokal-Viertelfinale genauso wie Ricardo Walther (WR 51), Omar Assar (WR 34) und Anton Källberg (WR 94) zur Verfügung. Kein Wunder, dass Preuß sein Team in der Favoritenrolle sieht.

Wie wichtig Karlsson und Källberg für die Borussia sind, machten die beiden Schweden beim 3:1-Erfolg im Champions-League-Gruppenspiel im französischen Hennebont deutlich. Karlsson wusste zwar spielerisch noch nicht hundertprozentig zu überzeugen, kämpfte nach wochenlanger Zwangspause wegen einer Fußverletzung aber Samuel Walker (WR 87) nieder. Seine Einstellung, sein Siegeswillen, seine Kampfkraft machten ihn direkt wieder zum „Emotional Leader“ der Borussia. „Man hat gemerkt, dass ihm nach einer so langen Pause noch ein wenig die Wettkampfpraxis fehlt. Aber Kristian hatte eine tolle Einstellung und er wollte dieses Match unbedingt gewinnen“, urteilt Heister. „Für ihn war das eine gute Standortbestimmung. Er weiß jetzt genau, woran er noch arbeiten muss.“

Und Källberg zeigte mit der völlig unnötigen Niederlage gegen Cedrick Nuytinck (WR 42) und dem überraschenden Erfolg über Hennebonts Top-Mann Shengpeng Fan viel Licht und Schatten. Dass Timo Boll gegen Fan locker siegte, war nicht anders zu erwarten. „Jeder hat seinen Anteil zum Sieg beigetragen“, lobt Heister. „Das ist in dieser Phase wichtig.“

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