Borussia Düsseldorf: Tischtennis-Rekordmeister verliert in Saarbrücken

Tischtennis-Bundesliga : Geschwächte Borussia ohne Chance

Bei der 0:3-Niederlage in Saarbrücken muss sogar Trainer Danny Heister für den Rekordmeister an die Tischtennisplatte. Aber auch Ricardo Walther und Anton Källberg bleiben erfolglos.

Die kleine Borussia-Reisegruppe war froh, als sie die Stadtgrenze Saarbrückens wieder Richtung Düsseldorf passiert hatte. Die Aufarbeitung des Geschehens des Spiels der Tischtennis Bundesliga beim 1. FC Saarbrücken TT konnte beginnen. Mit 0:3, wobei dem Rekordmeister lediglich ein einziger Satzgewinn gelang, kassierten die Borussen die höchste Liga-Niederlage seit Jahren. „Klar, ich bin enttäuscht, auch wenn wir ohne große Erwartungen nach Saarbrücken gefahren sind“, erklärte Cheftrainer Danny Heister. „Aber eine Niederlage tut immer weh.“

Die Erwartungen, beim Meisterschaftsmitfavoriten von der Saar bestehen zu können, hatten in der vergangenen Woche von Tag zu Tag mehr Dämpfer erhalten. Klar war, dass der Ägypter Omar Assar (Weltrangliste/WR 51) nicht würde in Saarbrücken spielen können, weil er bei den African Games in Rabat (Marokko) um die Olympia-Qualifikation spielte. Das hat Assar geschafft, denn die ägyptische Tischtennis-Nationalmannschaft sicherte sich den African-Games-Mannschaftstitel.

Heister blieben aber immer noch vier gesunde Akteure. Jedenfalls bis vergangenen Mittwoch. Da knickte Kristian Karlsson (WR 25) bei den Czech Open in Olumuc um und zog sich eine garstige Bänderdehnung mit gut 14-tägiger Zwangspause zu. „Gut möglich, dass Kristian auch die Mannschafts-Europameisterschaft absagen muss“, sagte Borussias Manager Andreas Preuß. Die Team-EM wird vom 2. bis 8. September in Nantes gespielt. Und weil sich Ricardo Walther (WR 42) in Olumuc den Rücken verdrehte, schrumpfte die Zahl der einsatzbereiten Borussen auf zwei.

Da aber Timo Boll (8) am Sonntagvormittag das Halbfinale der Czech Open bestritt, war nur noch Anton Källberg (WR 108) in Saarbrücken im Vollbesitz seiner Kräfte. Zum Glück war Walther an der Saar bedingt einsatzfähig, und weil der Trainer sich selbst noch einmal als Spieler nominierte, waren drei Borussen in Saarbrücken am Tisch.

Es kam aber, was kommen musste. Der deutlich bewegungsgehandicapte Walther unterlag gegen den ehemaligen chinesischen Nationalspieler Shang Kun, Källberg enttäuschte gegen Dargo Jorgic (38), und Heister zog gegen Cristian Pletea (115) den Kürzeren. Einzig Källberg hatte man einen Sieg zugetraut, hatte der Schwede doch bei den Czech Open bei seiner 3:4 Satzniederlage gegen Patrick Franziska (15) auf Augenhöhe agiert.

„Anton fehlte die Präsenz am Tisch. Er kann noch nicht Top-Ergebnisse am Fließband abliefern“, urteilte Preuß. Dass Heister, der zwar mal die Nummer 16 der Weltrangliste war, aber seine aktive Karriere zugunsten des Trainerjobs bereits vor einigen Jahren beendete, gegen den 28 Jahre jüngeren Pletea chancenlos war, war klar. Pletea hatte im Olumuc den Weltranglisten-Fünften Harimoto Tomokazu aus dem Rennen geworfen.

„Insgesamt hatte ich schon gehofft, dass wir vielleicht ein oder zwei Spiele gewinnen können“, sagte Preuß. „Aber die Situation mit Czech Open und African Games zuzüglich unserer Verletzungsserie haben nicht mehr zugelassen. Das wird in dieser Saison hoffentlich nicht mehr passieren. Das Spiel müssen wir einfach abhaken.“

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