Borussia Düsseldorf: Boll führt sein Teams ins Final Four

Tischtennis : Boll führt Borussia ins Final Four

Der 38-Jährige gewinnt beim 3:1-Erfolg im Pokal gegen Fulda zwei Spiele. Kristian Karlsson sorgt für Schreckmoment.

Die Borussia will die erfolgloseste Saison seit zwölf Jahren vergessen machen. In der vergangenen Spielzeit hat der deutsche Tischtennis-Rekordmeister in allen drei Wettbewerben das Finale verpasst. Aktuell ist das Team von Trainer Danny Heister auf einem guten Weg, das Vorhaben umzusetzen. Denn bereits jetzt sind seine Schützlinge im nationalen Pokal weiter gekommen als in der Vorsaison. Durch den 3:1-Viertelfinalerfolg über den TTC Fulda-Maberzell hat die Borussia das Final Four (5. Januar 2020 in Neu-Ulm) erreicht. „Es ist in jedem Spiel so, dass die Details über Sieg und Niederlage entscheiden“, sagte Heister. „Und heute haben die Details den Ausschlag für uns gegeben.“

Die Partie gegen Fulda war jedoch kein Selbstläufer. Die Nordhessen, die das Ligaspiel gegen die Borussia mit 3:2 gewonnen hatten, erwiesen sich erneut als kampfstarker Gegner. Besonders Top-Spieler Tomislav Pucar (Weltranglisten-Platz 32) machte es den Gastgebern schwer. Mit seiner immensen Reichweite kommt der 1,97-Meter-Mann an viele Bälle heran, denen andere nur hinterherschauen können. Zudem ist Pucar schnell. Das ließ er besonders Ricardo Walther (WR 51) spüren. Der 27-jährige Düsseldorfer gewann zwar den ersten Satz, aber dann bekam er kein Bein mehr auf den Boden.

Nur gut, dass Timo Boll (WR 7) die Borussia dank eines ungefährdeten Sieges über Fan Bo Meng (WR 580) mit 1:0 in Führung gebracht hatte und Walthers Niederlage nur den Ausgleich bedeutete. „Ric hat sich reingehangen und Pucar im ersten Satz gut bearbeitet. Er konnte seine Stärken da nicht ausspielen“, analysierte Heister. „Dann aber hat er den Faden verloren.“

Kristian Karlsson (WR 24) schickte die Borussia-Fans in ein Wechselbad der Gefühle. Der Schwede hatte gegen den Abwehrspezialisten Ruwen Filus (WR 43) am Anfang viel Arbeit. Erst ab dem dritten Satz fand er seinen Rhythmus, sodass Filus fortan hoffnungslos überfordert war. Für den Schreckmoment des Matches sorgte Karlsson, als er nach dem überzeugend gewonnenen dritten Satz seinen linken Schuh auszog und eine Verletzungsauszeit nahm. Wegen einer Blessur am linken Fuß hatte der Schwede die komplette Anfangsphase der Saison verpasst. Er kam getapet zurück und ließ Filus weiterhin keine Chance. Nach der Partie ging Karlsson mit einem dicken Eisverband am Fuß aus der Kabine, gab aber Entwarnung. „Es sieht zwar schlimm aus, es ist aber alles in Ordnung.“

Mit 2:1 lag die Borussia in Führung – noch ein Sieg fehlte zum Einzug ins Final Four. Den holte Boll. Im Duell der Spitzenspieler gegen Pucar fügte sich der Borusse in das Gesamtbild ein, hatte zunächst Probleme, erkämpfte sich Satz zwei und spielte den Kroaten dann nach allen Regeln der Tischtennis-Kunst an die Wand.

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