BMW-Preis: Durance auf der Grafenberger Rennbahn

Galopp : Saison-Highlight ohne BMW-Preis-Siegerin

Die Stute Durance hat am Samstag in Grafenberg das Hauptrennen gewonnen, und damit auch den großen Testlauf vor dem Henkel-Preis der Diana. Doch: Für die wichtigste Veranstaltung der Düsseldorfer Saison ist sie nicht gemeldet.

Das letzte Rennen eines langen Veranstaltungstages in Grafenberg wird in der Regel vor nicht mehr ganz so stark gefüllten Tribünen ausgetragen. Wenn die wichtigsten Ereignisse vorbei sind, machen sich doch oft viele Besucher auf den Heimweg. Das war am Samstag aber anders, denn zum Finale kam mit Picks Flight das Pferd des vor einigen Wochen neu gegründeten Stalles „Fortuna 95“ an den Start.

Und der als Favorit gestartete Vierjährige hat die Erwartungen seiner Anhänger nicht enttäuscht. Beim zweiten Start feierte er seinen ersten Sieg. „Das war nach seinem zweiten Platz zuletzt natürlich nicht unerwartet“, meinte Trainer Sascha Smrczek und Jockey Bayarsaikhan Ganbat ergänzte: „Der ist immer noch sehr unreif, da kommt noch mehr.“ Beim Derbymeeting in Hamburg könnte Picks Flight jetzt seinen nächsten Auftritt haben, dann schon in der besseren Klasse.

Pferde aus dieser Kategorie waren am Samstag im Hauptrennen vor bestens gefülltem Haus beim BMW-Preis am Start – eigentlich ein Test für den Henkel-Preis der Diana am ersten August-Sonntag an gleicher Stelle. Doch die Siegerin Durance, die sich in einer sehr knappen Entscheidung gegen Mythica und Diamanta durchsetzte, hat gar keine Nennung für das Highlight. „Man musste ja schon letztes Jahr für den Preis der Diana melden“, erläutert Trainer Peter Schiergen, „und da war sie noch in Frankreich im Training, also gar nicht bei mir.“ Das ostwestfälische Gestüt Ebbesloh, Besitzer  von Durance, hatte sie erst im Winter zu Schiergen in dessen Kölner Stall gestellt.

Es gibt allerdings noch die Möglichkeit, Durance für das wichtigste Rennen der Düsseldorfer Saison nachträglich zu melden, doch das wird teuer: zehn Prozent des Preisgeldes – und das beträgt 500.000 Euro – müssen dafür aufgewendet werden. In Erwägung wird das deshalb wohl kaum gezogen. „Es gibt auch noch andere schöne Rennen“, sagt Schiergen, der mit dem BMW-Preis den bisher wichtigsten Sieg in einem bislang noch etwas durchwachsenen Jahr unter Dach und Fach gebracht hat. Das galt auch für Jockey Andrasch Starke, der einmal mehr zeigte, warum er bisher neunmal Deutscher Meister war.

Für die Geschlagenen in diesem Rennen, Mythica und Diamanta, geht der Blich nun in Richtung des Henkel-Preise, nicht so wohl für die englische Gaststute Vivid Diamond. Sie war als Favoritin angereist, galoppierte auch lange mit im Vordertreffen, doch als es ernst wurde, konnte sie nicht mehr zulegen. „Sie ist nicht gut genug“, hieß es anschließend aus ihrem Umfeld.

Auch ein weiterer Test ist am Samstag schiefgegangen, denn der Derbykandidat Nirvana Dschings lief im dritten Rennen des Tages so schwach, dass die großen Pläne gestoppt wurden. „Auf keinen Fall“, meinte Trainer Markus Klug, werde man mit ihm ins Derby gehen. Über einen Sieg seines Pferdes Aru konnte sich hingegen Rennvereins-Vize Albrecht Woeste freuen. Der in Köln von Waldemar Hickst trainierte Wallach gewann das fünfte Rennen.

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