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Trainer Manfred Schwarz: Basketballerinnen träumen vom Pokalsieg

Trainer Manfred Schwarz : Basketballerinnen träumen vom Pokalsieg

Die Bezirksliga-Basketballerinnen des TV Grafenberg schaffen durch ein 71:46 gegen den TV Hörde den Sprung ins Halbfinale des WBV-Pokals.

Zum zweiten Mal in Folge haben Sie mit Ihrer Mannschaft einen drei Klassen höher spielenden Regionalligisten aus dem Wettbewerb geworfen. Wird Ihnen die Serie nicht langsam unheimlich?

Manfred Schwarz: Allerdings. Die Mädels haben sich gegenüber dem Achtelfinale gegen Bensberg nochmals gesteigert, das war nicht unbedingt zu erwarten. Wir sind zu einem echten Pokalschreck geworden.

Sie haben 71 Punkte gegen einen Regionalligisten erzielt, das ist ja nicht so schlecht ...

Schwarz: Das ist überragend. Mir geht gerade die Szene durch den Kopf, als unsere Centerin Natascha Suhre die Halle mit einer ihrer Galavorstellungen zum Toben brachte. Sie hat sich am eigenen Korb den Ball nach einem Rebound geholt und ist dann direkt vor mir an der Seitenlinie entlang gestürmt. Ich habe ihr zugerufen: ,Mach mal langsam.' Da hat sie erst richtig Gas gegeben, noch zwei weitere Gegnerinnen umdribbelt und den Ball in den gegnerischen Korb gelegt. Die Zuschauer standen auf den Bänken.

Spektakulärer wäre nur noch gewesen, wenn sie den Ball mit einem Dunking versenkt hätte!

Schwarz: Das war Nataschas große Show. Aber ich möchte sie eigentlich gar nicht herausheben, weil das ganze Team so stark war.

Wo hatten Sie denn gegenüber dem Regionalligisten Vorteile?

Schwarz: Die Defensive hat das Spiel gewonnen, so wie auch schon im Achtelfinale.

Sie haben im zweiten und vierten Satz nur jeweils sechs Punkte kassiert.

Schwarz: Das ist unglaublich wenig. Die ehemalige Bundesligaspielerin Pia Schiffer und Topscorerin des TV Hörde, die normalerweise immer für zehn bis 20 Punkte gut ist, kam diesmal nur auf sechs Punkte. Und drei Punkte davon hat sie gemacht, weil sie den Ball aus lauter Verzweiflung von der Mittellinie abfeuerte. So ein Korb gelingt ihr nur einmal im Leben.

War es nicht auch ein Vorteil, in der eigenen Halle zu spielen?

Schwarz: Auf jeden Fall. Es waren mehr als 100 Besucher da. Die Stimmung in der Halle war einfach nur grandios und hat uns zum Sieg getragen.

Zu welchem Zeitpunkt war Ihnen denn klar, dass ein Sieg tatsächlich möglich ist?

Schwarz: Im letzten Viertel sind wir mit einem 13:0-Lauf von 56:42 auf 69:42 davongezogen, da waren wir endgültig durch. Im Rückblick muss man sagen, dass der Sieg zu keiner Zeit auch nur annähernd gefährdet war.

Wichtig war der Superstart ins Spiel, der Ihrer Mannschaft Selbstbewusstsein gab.

Schwarz: Richtig, verantwortlich dafür war unter anderem Flügelspielerin Daniela Brendel. Sie hatte ein goldenes Händchen, sie hat in den ersten vier Minuten drei Dreier erzielt und im Laufe des Spiels noch drei weitere.

Wie geht das Wintermärchen denn nun weiter?

Schwarz: Wir hoffen, es entwickelt sich zu einem Frühjahrsmärchen, denn das würde bedeuten, dass wir im April oder Mai im WBV-Pokal-Finale stehen und uns mit einem Sieg für die erste DBB-Pokalrunde in der kommenden Saison qualifizieren. Im Ernst, davon träumen wir.

Zunächst müssen Sie aber das Halbfinale gewinnen...

Schwarz: Dies dürfte eine echte Herausforderung werden, denn im Rennen sind die drei besten Teams der Regionalliga. Im Halbfinale stehen Spitzenreiter Barmen, der Tabellenzweite Rhöndorf und Hagen als Dritter. Und die werden gegen uns jetzt richtig wach sein.

Haben Sie denn diesmal nach Ihrem Sieg noch ordentlich gefeiert? Beim letzten Mal mussten Sie ja zurück zur Arbeit.

Schwarz: Diesmal hatte ich mir frei genommen. Ich hatte geahnt, dass wir auch diesmal siegen würden und hätte es nicht ertragen, wenn meine Mädels ohne mich feiern.

(RP)