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Basketball: Bascats bereiten sich nach Aufstieg auf die Bundesliga vor

Aufstieg in die Erste Liga : Der Klassenerhalt ist das neue Ziel der Bascats

Der Aufstieg in die Bundesliga ist geschafft. Nun haben die Düsseldorfer Basketballrinnen neue Visionen. Dass es ein harter Kampf mit mehr Tempo und Athletik wird, weiß der Trainer.

(cle) Düsseldorf hat erstmals nach 1992 (DJK Agon 08) wieder einen Erstligisten im Frauen-Basketball. In den Playoff-Spielen setzten sich die Capitol Bascats als Vizemeister der 2. Bundesliga Nord mit zwei Siegen gegen den Süd-Meister Qool Sharks Würzburg durch. Wir haben mit Aufstiegstrainer Dhnesch Kubendrarajah und Roger Nagel, dem ersten Vorsitzenden des Vereins, einen Rück- und Ausblick gewagt.

Die Vision bei der Vereinsgründung 2016 Roger Nagel und Sean Lowe wollten den Mädchen- und Frauen-Basketball in Düsseldorf professioneller gestalten und in „sechs bis acht Jahren“ in der 1. Liga spielen. „Vor jeder Saison hat Sean ein Team zusammengestellt beziehungsweise so verstärkt, dass es in der jeweiligen Liga konkurrenzfähig war und oben mitspielen konnte. Dass wir innerhalb von nur fünf Jahren den Durchmarsch von der Bezirksliga in Deutschlands höchste Spielklasse schaffen, ist unglaublich und macht uns total stolz. Für Sean und mich – 50 Jahre habe ich selbst als Trainer gearbeitet – ist damit ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen“, schwärmt Nagel.   

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Die Saison in der Kurzversion Omar Collington, der das Team zu drei Aufstiegen führte, gab das Zepter nach der letzten Saison an Dhnesch Kubendrarajah ab. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der Saisonstart verschoben, zudem gab es mehrere Zwangspausen. Ein Highlight war der begeisternde Auftritt im DBBL-Pokal gegen den Erstligisten BC Pharmaserv Marburg (Niederlage nach Verlängerung). Kurz darauf fielen mit Tatiana Tenorio und Carla Hermann zwei Kräfte aus der Starting Five für den Rest der Saison aus. Dennoch marschierten die Düsseldorferinnen weiter. Erst am letzten Spieltag unterlagen sie den Rheinland Lions und wurden Zweiter der Nord-Staffel. Dank einer Top-Leistung setzten sie mit dem Erfolg im ersten Playoff-Spiel in Würzburg den Grundstein zum Aufstieg.

Das Erfolgsgeheimnis „Nash hat eine ganz wichtige Rolle. Er ist ein sehr ruhiger Coach. Diese Ruhe überträgt sich auf das Team. Das ist gerade in engen Spielen wichtig“, lobt Nagel. Bei der Zusammenstellung des Kaders machten die Bascats alles richtig. „Das Teamgefüge stimmte. Wir hatten tolle Persönlichkeiten, starke Charaktere. Da haben alle Zahnräder ineinandergegriffen. Das hat mich fasziniert“, verrät der Vorsitzende. Spielerinnen, die weniger Einsatzminuten erhielten, nahmen ihre Situation geduldig hin. Als mit Tenorio und Hermann zwei Führungskräfte ausfielen, sprangen andere in die Bresche.  

Sportliche Herausforderungen in der Ersten Liga „Die Unterschiede von der zweiten zur ersten Liga liegen im Tempo, der Athletik und im Basketball-IQ. Dort sind viele Spielerinnen mit internationaler Erfahrung aktiv. Da werden wir viel mehr enge Spiele bestreiten als in dieser Saison. Dann müssen wir kühlen Kopf bewahren und die richtigen Entscheidungen treffen“, sagt Kubendrarajah.

Anforderungen der Liga Es gibt einen Anforderungskatalog, unter anderem müssen die Bascats eine Halle mit 500 Zuschauerplätzen und Parkettboden vorweisen. „Wir sind in guten Gesprächen mit der Stadt, die uns sehr gut unterstützt. Es wird eine neue Schulsporthalle gebaut, die diesen Anforderungen entsprechen könnte. Bis wir diese nutzen können, hoffen wir auf eine Übergangslizenz für unsere aktuelle Spielhalle am Lessing-Gymnasium“, erklärt Nagel. Auch einen Mindestetat von 50.000 Euro mussten die Bascats bereits nachweisen. Bis zum 31. August müssen sie den Liga-Verantwortlichen ihren Gesamtetat mit allen Sponsorenverträgen vorlegen.

Vision für die nächsten Jahre Da es coronabedingt keine Absteiger aus der ersten Liga gibt, starten in der kommenden Spielzeit 14 Mannschaften. Vier steigen ab. „Unsere Vision ist es, uns in dieser Liga zu halten und zu etablieren“, sagt Nagel. „Und wer weiß, vielleicht können wir uns in ein paar Jahren noch andere Ziele setzen?“