Football : Aufräumarbeiten bei den Panthern

Nach dem Abstieg verpflichtet der Football-Traditionsverein einen neuen Manager und Trainer.

(mjo) Verglichen mit der langen Geschichte der Panther war 2019 kein gutes Jahr für den ältesten noch existierenden Football-Klub Europas. Ein Jahr zuvor war den Düsseldorfern passend zum Vereins-Jubiläum die Rückkehr in die GFL, die höchste Spielklasse Deutschlands, geglückt. Doch was in der ersten Spielzeit nach dem Aufstieg geschah, gehört mit zum Bittersten in der Geschichte des Traditionsvereins. Und in der hatte es bis dahin neben großartigen Erfolgen auch schon Niederlagen und Rückschläge gegeben.

Die Panther verloren alle 14 Meisterschaftsspiele und zusätzlich auch noch die beiden Relegationsspiele gegen den Zweitliga-Meister, in denen der Abstieg noch hätte abgewendet werden können. Was der großen Schar der Panther-Fans neben den 16 sieglosen Spielen noch besonders zu schaffen machte, war die hoffnungslose Unterlegenheit der Mannschaft in vielen Belangen.

Nach dem fast schon herbeigesehnten Ende dieser Schreckens-Saison haben bei den Panthern die Arbeiten begonnen, den Verein wieder auf das höchste Niveau zurückzuführen. Mit Tim Haver Droeze als Sportmanager hat Michael Wevelsiep, Vorstandsmitglied für den sportlichen Bereich, einen wirklichen Kenner der Sportart und der Panther gewinnen können. Der 33-jährige Holländer hat eine lange Erfahrung als Aktiver (u.a. Cologne Falcons, Cologne Crocodiles) und war in der letzten Spielzeit als Pass-Empfänger einer der wenigen Lichtblicke bei den Panthern.

Der Holländer geht seine wahrlich nicht einfache Aufgabe illusionslos an. „Es ist so wie bei einem Boxer, der K.o ging. Der kann auch nicht sofort aufstehen und weitermachen, als wäre nichts gewesen“, sagt er. „Es sind in den vergangenen Monaten Fehler gemacht und falsche Entscheidungen getroffen worden. Die haben wir analysiert und aus ihnen gelernt“, ergänzt er. Und er betont, dass man keine schnelle Genesung des „Patienten“ Panther erwarten dürfe. „Es gilt, die Panther auf lange Sicht aufzustellen und ein neues, erfolgreiches Team in Ruhe aufzubauen.“

Die sonst nach Abstiegen obligatorische Zielsetzung „direkter Wiederaufstieg“ ist für den Zwei-Meter-Mann kein Thema. „Ich möchte nicht den Erfolg als Momentaufnahme, sondern eine systematisch herbeigeführte bessere Zeit bei den Panthern“, formuliert er. Als eine Ursache für das sportliche Misslingen im Vorjahr haben Wevelsiep und er die zu späte Verpflichtung eines Cheftrainers ausgemacht. „Was auf dem Spielfeld gelingt, ist das Produkt der Organisation und dazu gehört vorrangig die Zusammenstellung der Coaching Staff“, ist eine Maxime von ihm.

In dem 33-jährigen US-amerikaner Douglas Fryer glauben er und der Vorstand den richtigen Mann für die Position des Head-Coaches gefunden zu haben. Fryer, der seine Tätigkeit bei den Düsseldorfern bereits aufgenommen hat, hat sich sowohl einen guten Namen als Spieler (z.B. bei den Braunschweig Lions) als auch als Coach (Paderborn Dolphins, Warschau Mets) gemacht. „Bei einer Reihe von Kandidaten haben sein sportliches Konzept und seine langjährige Erfahrung rund um den Football in Deutschland den Ausschlag für ihn gegeben“, macht Wevelsiep die Entscheidung für Fryer klar.

Für eine weitere Postion im Trainerteam, die genauso wichtig ist, hat man auch bereits einen Verantwortlichen gefunden. Defense-Koordinator, also Chef der Verteidigung, wird Sergej Schmidt. Schmidt war 20 Jahre lang bei den Marburg Mercenarios in der Bundesliga Süd als Spieler und Trainer tätig und zieht jetzt aus privaten Gründen ins Ruhrgebiet um.

„Die Zeit für Spielerverpflichtungen läuft erst im Februar des nächsten Jahres ab. Wir werden den Zeitraum bis dahin nutzen, um uns sorgfältig in den USA und in Europa nach passenden Spielern umzusehen“, hält sich Haver-Droeze auf die Frage nach Spieler-Zugängen noch zurück. Das Wintertraining, in dem die körperliche Fitness als Basis für eine erfolgreichere Saison 2020 gelegt werden soll, startet am 30 November im Energym auf der Bruchstraße 78.