Tischtennis: Assars Niederlage gibt den Ausschlag in Ochsenhausen

Tischtennis : Assars Niederlage gibt den Ausschlag in Ochsenhausen

Tischtennis-Spitzenreiter Borussia verliert beim amtierenden Titelträger. Die Düsseldorfer hatten die richtige Einstellung, aber nicht das nötige Glück.

Omar Assars Blick geht dem Ball hinterher, den er gerade über die Tischtennis-Platte hinaus geschlagen hatte. Der Ägypter versteht die Welt nicht mehr, denn die zu lange Vorhand war ein vergleichsweise leichter Fehler mit schwerwiegenden Folgen. Zuvor hatte Assar reihenweise Matchbälle seines Kontrahenten Simon Gauzy, die weitaus schwerer übers Netz auf den Tisch zu befördern waren, abgewehrt. So wurde Assar zur tragischen Figur des Spiels der Tischtennis Bundesliga (TTBL) zwischen TTF Liebherr Ochsenhausen und der Borussia. Denn in seinem ersten Auftritt konnte Assar gegen Jakub Dyjas zwei eigene Matchbälle nicht verwandeln und verlor. „Es ist bitter, so zu verlieren. Es war eindeutig mehr drin“, sagte Borussia Cheftrainer Danny Heister. „Wir können uns nichts vorwerfen, denn die Einstellung aller Spieler hat gestimmt.“

Die Begegnung des deutschen Rekordmeisters beim amtierenden Titelträger Ochsenhausen war das Spitzenspiel des zehnten Spieltags. Der Spitzenreiter aus Düsseldorf trat beim Vierten an. Und die Begegnung verdiente sich das Prädikat Spitzenspiel, obwohl die Spitzenspieler der beiden Klubs nicht dabei waren. Borussias Top-Mann Timo Boll (Weltranglistenplatz 8) und TTF-Nummer eins Hugo Calderano (WR 6) hatten jeweils bei den Austrian Open in Linz das Halbfinale erreicht. Boll unterlag am Sonntag in Österreich nach einem Match auf Augenhöhe dem Weltranglisten-Ersten Fan Zhendong unglücklich in 3:4 Sätzen (2:11, 11:4, 13:11, 11:5, 3:11, 5:11, 12:14). Dabei konnte Boll im Entscheidungssatz drei Matchbälle nicht nutzen. Calderano musste sich Zhao Zihao (WR 41) mit 0:4 geschlagen geben.

Dass die Top-Leute fehlten, tat der Qualität des Spitzenspiels keinen Abbruch, denn mit den Borussen Kristian Karlsson (WR 25), Assar (WR 34) und Ricardo Walther (WR 56) sowie den Ochsenhausenern Gauzy (WR 22), Dyjas (WR 71) und Stefan Fegerl (WR 81) stand ausreichend Qualität am Tisch. Zum Leidwesen der Borussia präsentierte sich Gauzy, der Vize-Europameister des Jahres 2016, nicht nur im Auftaktspiel gegen Karlsson extrem konzentriert und spielstark. Karlsson brauchte einen Satz um den Spielrhythmus aufzunehmen und bot Gauzy anschließend eine ausgeglichene Partie. „Kristian war manchmal etwas zu passiv und hat sich nicht so gut bewegt“, sagte Heister.

Assar und Dyjas boten den 1000 Zuschauern eine hochklassige und gleichzeitig emotional aufwühlende Achterbahnfahrt. Nach holprigem Start sicherte sich der Borusse eine hohe Führung und später auch Matchbälle, konnte sie aber nicht nutzen. Am Ende stand eine 2:3-Niederlage auf der Anzeigetafel und ein 0:2-Rückstand der Borussia.

Dann überraschte Walther. Der Borusse, der zuletzt nicht unbedingt durch Nervenstärke glänzte, ließ sich vom Druck gewinnen zu müssen nicht beeindrucken und fegte Fegerl von der Platte. „Ric hat Stefan ständig unter Druck gesetzt und super gespielt“, lobte Heister.

Schließlich setzte Assar das emotionale Auf und Ab fort. Gegen den überragenden Gauzy erspielte sich der Düsseldorfer Siegchancen, zeigte sich in großen Teilen nervenstark, wehrte insgesamt acht Matchbälle ab, unterlag aber dennoch. Die Borussia teilt sich jetzt die Tabellenführung mit dem punktgleichen 1. FC Saarbrücken.

Ergebnisse: Simon Gauzy – Kristian Karlsson 3:0 (11;5, 13:11, 11:9); Jakub Dyjas – Omar Assar 3:2 (8:11, 11:7, 9:11, 12:10, 12:10); Stefan Fegerl – Ricardo Walther 0:3 (6:11, 8:11, 3:11); Gauzy – Assar 3:2 (11:5, 4:11, 11:9, 10:12, 11:9)

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