ART Giants: Ergebniskrise bei den Basketballern

Basketball : Ergebniskrise bei den Giants

Analyse Sowohl die erste Mannschaft der Düsseldorfer Basketballer als auch die Reserve haben anscheinend das Siegen verlernt und wurden in der Tabelle nach unten durchgereicht. Welche Gründe gibt es für den Abwärtstrend? Eine Ursachenforschung.

Was war das für ein Saisonauftakt in die 2. Bundesliga Pro B Nord! Drei Siege gelangen den ART Ginats, einige Fans träumten bereits vom direkten Durchmarsch des Aufsteigers. Doch Trainer Jonas Jönke wehrte solche Träume energisch ab und predigte gebetsmühlenartig, wie eng die Liga sei. Er behielt recht. Heute sind seine Basketballer zum Hinrundenende mit 4:8 Siegen „nur“ Zehnte in der Zwölfer-Liga.

Doch laut Jönke ist sein Team im Soll. „Das Bild wirkt verzerrt, weil wir jetzt so oft verloren haben“, sagt er. „Aber uns ist allen bewusst gewesen, dass es ein harter Kampf um den Klassenerhalt werden wird.“ Langzeitverletzungen, eine hohe Anzahl an Ballverlusten, das fehlende Quäntchen Glück im Abschluss und große Wellen im Spiel sind die Hauptgründe für die letzten Ergebnisse. Zudem fehle die Leichtigkeit vom Saisonbeginn. Positiv sei jedoch die Tatsache, dass wir „eine gute Feedback-Kultur haben.“ Sehr akribisch wertet er die Partien aus. „Wir machen Videoanalysen für jeden einzelnen Spieler. Mit allen Jungs bin ich im Austausch, wir sprechen uns auch als Team aus. Diese Offenheit ist wichtig, so wird eine Grüppchenbildung verhindert“, sagt Jönke. Zu viel über die Schwächen reden sei aber auch nicht förderlich. „Schließlich möchte ich, dass die Jungs auf dem Feld nicht zu viel nachdenken, sondern weiterhin mutig spielen.“ Immerhin geht die Tendenz wieder nach oben: Nach dem Gruselspiel gegen Wedel haben die Düsseldorfer beim 71:77 in Bernau die richtige Reaktion gezeigt. „Kampfgeist, Intensität, das Reboundduell deutlich gewonnen – das ist ein klares Indiz dafür, dass es bergauf geht. Die Jungs waren über das gesamte Spiel hinweg positiv. Das ist sehr wertvoll für die anstehenden Aufgaben.“

Krise auch bei der Zweiten in der 2. Regionalliga: Sie belegt mit 2:8 Siegen nur Platz elf von zwölf Mannschaften, ist nach dem 74:84 beim Dritten DJK Adler Frintrop erstmals auf einen Abstiegsplatz abgerutscht. Die Gründe dafür sind vielschichtig. „Dadurch, dass ich im Sommer die Jugend-Nationalmannschaft begleiten durfte, war die Saisonvorbereitung etwas kürzer. Zu Beginn fehlten auch viele Spieler wegen Verletzungen, Krankheiten oder beruflicher Veränderungen. Außerdem sind wir im Training oft limitiert, da die Junioren in anderen Teams trainieren oder individuelle Förderung haben“, erklärt Trainer Florian Flabb. Von den erfahrenen Akteuren fehle besonders Joscha Domdey, der erst zwei Partien bestreiten konnte. „Joscha hat uns immer Stabilität gegeben. Momentan fehlt er uns an allen Ecken und Enden.“ Insgesamt habe seine Mannschaft noch keinen Rhythmus gefunden. „Und wenn es nicht läuft, gerätst du in eine Spirale. Dann beginnt das Nachdenken“, so Flabb. Die Routiniers hätten aufgrund der vielen Niederlagen derzeit kein großes Selbstvertrauen, die Jüngeren unterlägen Schwankungen. „Das ist aber normal, da zähle ich keinen an.“ Trotz der Situation bleibt Flabb gelassen. „Wir haben gute Charaktere, die Jugendspieler entwickeln sich. Daher bin ich fest davon überzeugt, dass wir uns nach oben kämpfen werden.“