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Lokalsport: Als die Panther laufen lernten

Lokalsport : Als die Panther laufen lernten

Der Football-Klub feiert sein 40-jähriges Bestehen - Zeit für einen Rückblick. Im ersten von drei Teilen geht es um die Gründung.

40 Jahre Düsseldorf Panther - eine Geschichte voll mit großartigen Erfolgen, aber auch mit bitteren Niederlagen und Rückschlägen. Im Herbst 1977 begann in New York der Weg des Düsseldorfer Vereins, der heute der älteste noch in Europa existierende Football-Klub ist.

Austausch-Student Meinhard Pfanner wurde damals von seinen Gast-Eltern ins Rutherford-Stadion zu einem Football-Spiel der New York Giants gegen die Washington Redskins mitgenommen. "Ich war von dem Spektakel während des Spiels und dem Drumherum aus Show und Party überwältigt", erinnert sich Pfanner an das, was er im mit 80 000 Zuschauern gefüllten Stadion erlebte. Der "Football-Virus" hatte Pfanner gepackt und ließ ihn auch nach seiner Rückkehr nach Deutschland nicht mehr los. Er beschloss einen American Football- Klub zu gründen.

In Düsseldorf sprach er Gerd Bucher, Jack Hauswald und Willi Reinartz an, seine Arbeitskollegen aus der Werbeagentur, und begeisterte sie für die Idee, obwohl sie keine Ahnung von der Sportart hatten. Am Mai-Feiertag 1978 wurde dann in einer Kneipe in Flingern der Verein ins Leben gerufen. Da nach deutschem Vereinsrecht mindestens sieben Unterschriften zur Vereinsgründung nötig waren, setzten noch drei Freundinnen ihre Namen unter den Antrag. Als Vereinsnamen wählten sie Panther, weil dessen Charakteristika - Stärke, Kraft, Ausdauer und Gefährlichkeit - gut zu den Eigenschaften des neuen Vereins zu passen schienen. Als Klubfarben wählten sie Schwarz und Rot. Es folgten viele Aktionen, um die in der Landeshauptstadt noch ziemlich unbekannte Sportart bekanntzumachen. An einem Stadion fehlte es Düsseldorfs erstem Footballklub genauso wie an der speziellen Ausrüstung. Sogar den eiförmigen Ball gab es zuerst nicht. Der damalige Stadt-Sportdirektor Karl-Theo Kels erlaubte den Sportlern, auf den Nebenplätzen des Rheinstadions zu trainieren, ein Training, das mangels Ausrüstung und mangels spezieller Kenntnisse in diesem Sport zunächst nur aus Konditions-, Kraft- und Laufübungen bestand. Doch bald wurden in Deutschland stationierte amerikanische Soldaten auf "den wilden Haufen" aufmerksam und erteilten ihm Nachhilfestunden.

Das erste Spiel konnte es erst geben, als Ausrüstungen für die mittlerweile 22 Panther zur Verfügung standen. Im Sommer des Jahres 1979 war es dann so weit. Im vollbesetzten Stadion des DSV 04 waren die Frankfurter Lions der erste Gegner in der nun 40-jährigen Geschichte der Panther. Rund 4000 Zuschauer kamen, um diese exotische Sportart kennen zu lernen. Gegen das mit Amerikanern gespickte Team aus Hessen gab es eine 0:38-Niederlage, die der Begeisterung aller aber keinen Abbruch tat. In den Tagen nach der Partie meldeten sich 30 weitere Spieler bei den Panthern an.

Um häufiger spielen zu können, mussten mehr Mannschaften entstehen. Auf die Initiative von Panther-Gründer Pfanner entstanden unter anderem die Bremerhaven Seahawks, Berlin Bears, Essener Eagles, Cologne Crocodiles, Solingen Steelers und die Munich Cowboys. 1979 startete dann die erste Liga in Deutschland unter dem Dach des neu gegründeten Verbandes, dem "American Football Bund Deutschland" (AFBD).

Als es Zwistigkeiten mit dem neuen Verband gab, gründeten die Panther mit sechs anderen Teams einen Landesverband (AFV/NRW), deren Vereine in der Nordwestdeutschen Football-Liga (NFL) gegeneinander spielten. Beide dort ausgetragenen Meisterschaften gewannen die Panther.

Bereits Ende des Jahres 1981 sah man ein, dass diese Doppelgleisigkeit keine Zukunft hatte. So entstand Anfang der 80er Jahre der "American Football Verband Deutschland (AFVD). Für die Panther begann damit der Zeitraum in den 80er Jahren, in dem sie fünf Mal Deutscher Meister wurden.

(RP)