Galopper des Jahres Galopprennen als Herzensanliegen

Düsseldorf · Alexander Bethke-Jaenicke ist seit November 2023 Präsident des Reiter- und Rennvereins. Das „Produkt“ Galopprennsport am Grafenberg hält er für einzigartig und hoch attraktiv – für Besucher, Aktive und Sponsoren. Mit Henkel hat der Rennverein zudem einen Hauptsponsor mit internationaler Relevanz. Der Ehrenamtler möchte den Galoppsport künftig noch besser in der Stadtgesellschaft zu verankern.

 Alexander Bethke-Jaenicke an der Galopprennbahn.

Alexander Bethke-Jaenicke an der Galopprennbahn.

Foto: RP/Anne Orthen

Schon in den vergangenen Jahren war Alexander Bethke-Jaenicke bei den Renntagen auf dem Grafenberg ein begeisterter und aufmerksamer Zuschauer. In dieser Saison aber betrachtet er den Galoppsport noch einmal mit anderen Augen und hat dabei seine vielfältigen neuen Aufgaben im Blick. Vorigen Herbst trat der promovierte Unternehmensberater die Nachfolge des hochgeachteten Peter Endres an und amtiert nun als Präsident des Düsseldorfer Reiter- und Rennvereins. Das betrachtet er als große Ehre, nicht nur, weil er die Düsseldorfer Rennbahn wegen ihrer sportlichen Bedeutung als die vielleicht relevanteste in Deutschland einschätzt. Für ihn ist auch das gesamte Gelände reizvoll. „Um den Grafenberg werden wir weltweit beneidet“, sagt er. „Er ist ein grandioses Geschenk für unsere Stadt. Wer einmal dort war und die prickelnde Atmosphäre eines Renntags erleben durfte, kommt immer wieder.“

Genau hier möchte Bethke-Jaenicke ansetzen, wenn es darum geht, in seinem zunächst auf drei Jahre befristeten Ehrenamt eigene Spuren zu hinterlassen. Das „Produkt“ Galopprennsport am Grafenberg hält er für einzigartig und hoch attraktiv – für Besucher, Aktive und Sponsoren. Mit Henkel hat der Rennverein zudem einen Hauptsponsor mit internationaler Relevanz. Dem Präsidenten ist es deshalb ein Herzensanliegen, noch mehr Besucher anzulocken und den Galoppsport künftig noch besser in der Stadtgesellschaft zu verankern. „Die Düsseldorfer sollten stolz sein auf ihren Grafenberg. Das will ich ihnen nahebringen“, hat er sich vorgenommen. Er rühmt die herrliche Lage und elegante Ausstattung der Rennbahn mitten im Grünen, die unvergleichliche Stimmung vor den Starts und das Familienprogramm. Insgesamt ein Umfeld, das werbewirtschaftlich für viele Branchen interessant und erfolgreich zu vermarkten sei, betont er. Dabei hört man den Profi heraus. Sein beruflicher Alltag ist darauf ausgerichtet, Lösungen und Strategien auszutüfteln. Bethke-Jaenicke hat in Heidelberg Volks- und Betriebswirtschaft studiert und seinen Doktortitel am Institut für Kreditwirtschaft in Wien erworben. Das Banken- und Sparkassenwesen ließ ihn nie mehr los. In diesem Bereich rekrutiert er als Unternehmensberater, Mitbegründer und Gesellschafter von Horn & Company im Medienhafen mit über 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die meisten Kunden, und das voller Leidenschaft.

Seine zweite Passion gilt den englischen Vollblütern. Knapp 20 dieser edlen Rasse, die so viel Schönheit und Dynamik ausstrahlen, hat er schon besessen. „Mit ihnen ist es der Natur gelungen, etwas Grandioses zu erschaffen“, schwärmt der Präsident, der auf dem Grafenberg seinen eigenen Rennstall unterhält. Beschäftige man sich näher mit dem Thema, entdecke man den Wert darin: „Besitzer, Züchter, Jockeys und Rennställe sind mit so viel Herzblut dabei. Dabei steht das Tier immer im Vordergrund.“

Natürlich kennt er auch die Vorwürfe, die sich gegen den Galoppsport richten. Hier sieht er viele Missverständnisse. „Unser Sport erfüllt zunächst einmal einen gesetzlichen Auftrag“, erläutert er. „Es geht nicht um Unterhaltung und ein Zuschauer­event. Auch nicht um Preisgelder und Ehrenpreise. Rennen sind zuallererst Leistungsprüfungen für die Zucht. Schafft man den Rennsport ab, wäre der Fortbestand der Rasse nicht weiter zu garantieren.“ Aber auch deshalb müsse man das Tierwohl im Sport weiter durchsetzen. „In aller Regel sind Züchter und Besitzer Tierfreunde, die viel Geld in das Wohl ihrer Tiere investieren. Viel, viel mehr Geld, als sie jemals damit verdienen können.“ Diese Art von Aufklärung zählt er auch zu seinen Pflichten als Präsident. Man mag kaum glauben, dass Pferde erst seit relativ kurzer Zeit sein Leben bereichern. Weder er noch seine Frau Kerstin hatten bis vor etwa acht Jahren eine Beziehung zum Galoppsport oder saßen je auf einem Pferd. Erst bei einer Einladung eines Geschäftsfreunds auf die Dortmunder Rennbahn entzündete sich der Funke. Dann aber umso heftiger. Wenige Wochen später verliebte sich das Ehepaar in einen Vollblüter mit dem hübschen Namen „Poolparty“ und kaufte ihn. Seit dieser Zeit ist die ganze Familie bei den Düsseldorfer Renntagen regelmäßig in der extra gemieteten Loge des „Rennstalls Bethke-Jaenicke“ zu Gast. Kein Wunder, dass auch die drei Kinder längst mit dem „Galopper-Virus“ infiziert sind.

Wer wird „Galopper des Jahres“? Der Renn- und Reiterverein und die Rheinischen Post präsentieren gemeinsam die Abstimmung. Dabei haben Sie mit Ihrer Stimme die Wahl, welcher Vierbeiner die Trophäe im Rahmen des Fortuna-Renntages bekommt. Abstimmen unter www.rp-online.de/

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