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Lokalsport: Achanta steht vor der Rückkehr

Lokalsport : Achanta steht vor der Rückkehr

Nach langer Verletzungspause feiert der Inder beim Bundesligaspiel in Bremen sein Comeback im Team von Borussia Düsseldorf. In der Champions League verliert der ersatzgeschwächte deutsche Rekordmeister in Chartres nur mit 2:3.

Das war knapper als erwartet. Lediglich mit 2:3 unterlag die Borussia im Tischtennis-Champions League-Gruppenspiel bei Chartres ASTT (Frankreich). Ohne Timo Boll und Sharat Kamal Achanta, dafür mit Coach Danny Heister als Spieler traten die Gäste beim letztjährigen Halbfinalisten an. Und dennoch war es eine Begegnung auf Augenhöhe. Taktikfuchs Heister stellte sich selbst auf Position zwei auf und gab seinem Team somit die Chance, 3:1 zu gewinnen. Dafür musste Patrick Franziska an eins die Partien gegen Gao Ning und Robert Gardos gewinnen, während Panagiotis Gionis auf Position drei den sicheren Punkt gegen Pär Gerell macht. Lange Zeit sah es so aus, als ob der Heister-Plan aufginge. Franziska siegte mit 3:2 Sätzen gegen Gao, Gionis bezwang Gerell mit 3:2, während Heister zum Auftakt gegen Robert Gardos mit 1:3 verloren hatte. Als aber Franziska im Spitzeneinzel 0:3 gegen Gardos verlor, war die Niederlage nicht mehr aufzuhalten. Heister, der seine Spielerkarriere bereits vor Jahren zugunsten des Trainerjobs aufgegeben hat, konnte gegen Gao nichts ausrichten.

Im morgigen Bundesliga-Spiel wird Achanta nach mehrmonatiger Verletzungspause wieder an den Tisch zurückkehren. Borussia-Manager Andreas Preuß hatte das Spiel zwischen dem SV Werder Bremen und dem Rekordmeister vorher zum Comeback-Spiel für den Inder erklärt. Achanta (Weltrangliste 59) hatte Mitte Mai bei der WM in China einen Abriss des Semimembranosus-Muskel im hinteren rechten Oberschenkel erlitten, war operiert worden und quälte sich monatelang täglich für mehrere Stunden in der Reha. Seine Rückkehr ins Team ist umso wichtiger, weil Borussias Top-Akteur Boll wegen einer prophylaktischen Knie-Operation im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro (Brasilien) ausfällt.

Wunderdinge erwartet niemand von Achanta. "Ohne Timo und mit Kamal, der nach seiner schweren Verletzung noch so gut wie keine Spielpraxis hat und von seiner eigentlichen Form natürlich noch weit entfernt ist, sind wir in Bremen nicht der Favorit", erläutert Coach Danny Heister. "Aber wenn alles passt, gelingt uns vielleicht eine kleine Überraschung." Fest eingeplant sind natürlich die beide einzig verbliebenen fitten Borussia-Akteure Gionis (25) und Franziska 48).

Die Hanseaten sehen indes die Sieganwartschaft eher bei den Düsseldorfern als bei sich selbst. "Mit dem Abwehrkünstler Panagiotis Gionis und Patrick Franziska erwarten wir europäischen Spitzensport bei uns, das haben die beiden ja auch gerade bei der EM bewiesen. Hinzu kommt unser guter Freund Kamal Achanta, in dieser Besetzung müssen wir kämpferisch und mit Hilfe unseres Publikums alles dagegen setzen, um eine Außenseiterchance zu haben", meint SV-Teamchef Sascha Greber. Auch er weiß nichts genaues über die aktuelle Leistungsfähigkeit eines seiner "Schützlinge". Der Ex-Borusse und Nationalspieler Bastian Steger (32) verpasste wegen eines Muskelfaserrisses die EM und so einige Trainingseinheiten. Der 34-Jährige musste aber nur Wochen und nicht wie Achanta Monate pausieren und dürfte in besserer Wettkampfform zurückkehren als der Inder. Dafür überzeugte aber Werders Russe Kirill Skachkov (78) bei der EM. Unter anderem bezwang Skachkov dort den ehemaligen Weltranglisten-Ersten und Ex-Borussen Vladimir Samsonov. Zudem stehen noch Constatin Cioti (141) und Hunor Szöcs (201) im Werder-Aufgebot.

(RP)