50. Ausgabe von Rund um die Kö: Radklassiker wird zur Wasserschlacht

50. Ausgabe von Rund um die Kö : Radklassiker wird zur Wasserschlacht

Der Zuschauerzuspruch ist bei den nasskalten Bedingungen nur sehr gering, auch einige Fahrer sagen ihre Startzusage wieder ab.

Sascha Grünewald (SG Radschläger) schaute immer wieder zu Himmel hinauf. Doch Petrus wollte sein stummes Flehen einfach nicht erhören. So wurde der als großes Sportfest geplante Radklassiker „Rund um die Kö“ unfreiwillig ein Opfer des ersten nasskalten, total verregneten Herbsttages. „Als Rennausschussvorsitzender habe ich noch nie so ein verregnetes Rennen erlebt“, meinte dann auch Radsport-Landesverbandskommissar Ivo Groth. So war die Zuschauerzahl während der neun Stunden Radsport auf Düsseldorfs nahezu autofreien Prachtboulevard extrem übersichtlich.

Anderen spielte genau das „vorwinterliche Schmuddelwetter“ in die Karten. „Ich liebe Regen und Zeitfahren“, meinte Jan-Willem Groeneveld. „Und das Fixie Rennen auf der Kö ist eine Mischung aus beidem.“ Und so startete der Niederländer auf dem Rad, das keine Bremsen und keine Schaltung, also mit fixiertem Gang betrieben wird, sozusagen einen beeindruckenden Start-Ziel-Sieg. Zwei Runden ließ sich der Mann aus Rotterdam Zeit, sich an die schmierigen Untergrundverhältnisse zu gewöhnen, dann gab er Gas. Nach den 25 Runden, also 27,5 Kilometern, hatte Groeneveld satte 70 Sekunden Vorsprung. Es fehlten nur noch 100 Meter, dann hätte der Rotterdamer das Feld überrundet. „Am Ende habe ich etwas Geschwindigkeit raus genommen“, so der Mann vom „Team Wit“. „Aber es war einfach mein Tag. Ich hatte gute Beine, und meine beiden Teamkameraden haben das Verfolgerfeld gebremst. Das war ein Teamerfolg.“ In Susanne Bakkenist war eine Frau beim Fixie-Rennen dabei. „Es macht soviel Spaß. Ich weiß nicht, warum nicht mehr Frauen Firxie-Rennen fahren. So war es für mich kein richtiges Rennen“, meinte sie.

Grünewald hatte ein attraktives Rennprogramm zusammen gestellt und auch wieder Derny-Rennen, bei dem motorisierte Fahrzeuge dem Radfahrer Windschatten bieten, angeboten. Radschläger-Fahrer Ruben Zepuntke schaffte es auf Platz drei. „Es war nass, es war kalt und es hat riesigen Spaß gemacht“, resümierte Zepuntke. Er musste jedoch seine ganze Steuerkunst aufbieten, um mit dem auf sieben Bar aufgepumpten Rennreifen in den seifigen Kurven die Spur zu halten. „Mir tut Sascha richtig leid. Er hat mit so viel Herzblut alles so gut organisiert und dann kommen wegen des Wetters nur wenige Zuschauer“, bedauert der Ex-Radprofi.

Und auch nicht alle der gemeldeten Fahrer standen an der Startlinie. So war die „Ausfallquote“ im Hauptrennen, dem „Großen Preis der Stadtsparkasse Düsseldorf“, exemplarisch. Mehr als 150 Namen standen in der Meldeliste, knapp 50 Radsportler nahmen das Rennen auf. Das Gewann in Nico Brenner ein „Einheimischer“. Brenner fährt für das Team Sportforum Düsseldorf/Kaarst-Büttgen in der Rad-Bundesliga.

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