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2. Handball-Bundesliga: Rhein Vikings im Abstiegskampf

2. Handball-Bundesliga : Der Hoffnungsträger der Vikings heißt Predragovic

Handball-Zweitligist Vikings ist tief in den Keller gerutscht. Am Sonntag braucht er die Tore des wurfstarken Zugangs aus Bosnien.

Ein Torschützenkönig für die Rhein Vikings: 180 Treffer erzielte Srdjan Predragovic in der vergangenen Saison in der Handball-Liga Austria, der höchsten Spielklasse Österreichs, für den HC Linz – niemand traf häufiger. Danach packte den Nationalspieler Bosnien-Herzegowinas jedoch die Sehnsucht nach dem deutschen Handball, den er seit der Jugend kennt: Von 2012 bis 2015 lief der heute 23-Jährige für den VfL Gummersbach auf.

So kam ihm eine Anfrage des Zweitligisten HC Rhein Vikings wie gelegen. Das einjährige Ausleihgeschäft war schnell vereinbart und der Wechsel an den Rhein perfekt. „Das Spiel hier ist wesentlich schneller und härter als in Österreich“, sagt Predragovic, „hier wird auch besonders viel Wert auf die Taktik gelegt.“

Seit dem Sommer ist Predragovic nun zurück, bewohnt in Düsseldorf eine WG zusammen mit seinem Teamkollegen und bosnischen Landsmann Ivan Milas, der ebenfalls vor dieser Spielzeit neu zu den Vikings wechselte. Auch außerhalb des Handballsports verstehen die beiden sich gut und unternehmen viel zusammen. „Ich kann ihm gut bei der Eingewöhnung helfen, weil ich Deutsch spreche“, sagt Predragovic.

Den Saisonstart musste Predragovic noch von außen verfolgen. Im Saisoneröffnungsspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen brach sich der Bosnier einen Daumen. Sieben Wochen Pause waren die Folge, die ersten drei Begegnungen fanden ohne den ehrgeizigen Spieler statt. Mittlerweile kann er jedoch auf der Platte stehen, entweder als Rechtsaußen oder im rechten Rückraum. Verbessern wolle er sich insbesondere in der Abwehrarbeit. Sein Ziel mit den Vikings: „Wir wollen die Saison bestmöglich beenden.“ Das Hauptziel sei der Klassenerhalt, „auch wenn das mit Blick auf den gutbesetzten Kader eigentlich nicht unser ganzer Anspruch sein sollte“.

Predragovic hegt aber auch noch einen anderen Traum: „Ich möchte die erstmalige Qualifikation mit Bosnien für die Europameisterschaft schaffen.“ In der Qualifikationsgruppe trifft Predragovic mit seinem bosnischen Team auf Weißrussland, Tschechien und Finnland. Doch bis dahin wird sich der 1,94-Meter-Hüne voll für die Vikings ins Zeug legen. Sieben Tore erzielte Predragovic bisher in seinen vier Spielen. Bei der 23:31-Niederlage in Großwallstadt blieb er am Mittwoch ohne Treffer. Im Heimspiel am Sonntag ab 17 Uhr im Castello gegen den ASV Hamm-Westfalen sollen und müssen aber wieder Tore folgen, wenn die Vikings endlich wieder Zählbares einfahren wollen.