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Steuergeld aus der Stadtkasse: 2,7 Millionen Euro für Profivereine

Steuergeld aus der Stadtkasse : 2,7 Millionen Euro für Profivereine

Es gibt Steuergeld aus der Stadtkasse: Die klammen Profisportvereine Fortuna, DEG, HSG und Giants bekommen Zuschüsse und Mietnachlässe in Millionenhöhe. Die Politik hat aber Bedingungen: Prüfung durch Wirtschaftsprüfer und mehr Transparenz in den Vereinen.

Die. Politik hat gestern im nichtöffentlichen Teil des Sportausschusses den Geldhahn für die Profisportvereine weit aufgedreht: Insgesamt rund 2,7 Millionen Euro wird die Stadt diese Saison den Fußballern der Fortuna, den Eishockey-Cracks der DEG, den Basketballern der Giants und den Handballern der HSG zukommen lassen. Einstimmig haben CDU, SPD, FDP und Grüne wohl mehr zähneknirschend als aus vollem Herzen der finanziellen Unterstützung zugestimmt.

CDU-Fraktionschef Friedrich G. Conzen hatte bereits vor gut zwei Wochen die mangelnde Transparenz bei den Profivereinen angemerkt. Und auch die Grünen legten gestern noch einmal heftig nach — um später aber eben auch der 2,7 Millionen Euro-Spritze zuzustimmen. So seien LTU-Arena und Burg-Wächter Castello als Spielstätten überhaupt nicht auf die Vereine zugeschnitten. Die Zuschauererwartungen seien zum Teil völlig überzogen. Zudem sei das Finanzgebaren in den Vereinen chaotisch und intransparent, so dass man die Hilfen unbedingt auf ein Jahr begrenzen will. Aber der sportpolitische Sprecher der Grünen, Günter Karen- Jungen, muss zugeben: "Wir wissen aber nicht wirklich, dass der Zuschuss einmalig bleibt."

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Stadt kauft DEG die Technik ab

Bei den gestern im Sportausschuss beschlossenen und jetzt in der nächsten Ratssitzung formal zu bestätigenden Beschlüssen geht es um folgende Geldströme: Die Stadt kauft der DEG für rund 920 000 Euro einen Großteil der Technik im ISS Dome ab, die bislang dem Verein gehört. Zudem wird die DEG weniger Miete zahlen müssen. Kosten: rund 170 000. Auch die Giants und die HSG können jeweils mit rund 300 000 Euro Miet- und Nebenkostennachlass rechnen. Daran schließen sich Finanzspritzen für beide an.

Auch die Fortuna erhält wohl einen zusätzlichen Zuschuss von einer halben Million — plus des ohnehin schon gezahlten Sponsorings der Sportagentur für die Fortuna (900 000). Alle Parteien ließen gestern klar erkennen: Wir wollen Profisport in Düsseldorf. Dafür müsse den Vereinen unter die Arme gegriffen werden. Aber alle wollen auch Sicherungen für die Zukunft. Die Grünen regen eine neue Holding an, die das Finanzgebaren aller vier Profivereine scharf überwacht — mit Hilfe von Wirtschaftsprüfern und mit grundsätzlichen Einblicken in die Struktur der Vereine. "Die Vereine haben auch eine Bringschuld", sagt Wolfgang Scheffler von den Grünen. So sollen sich die Sportler in Zukunft stärker für die Stadt engagieren: Training mit Jugendlichen und andere Dinge, die der Identifizierung mit der Stadt dienen.

(RP)